Brasilien |

Regierung plant Einsatz eines sicheren E-Mail Service

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hat bekannt gegeben, dass die Regierung den Einsatz eines neuen, sicheren E-Mail Services plant. Das Staatsoberhaupt hat bereits im Laufe des letzten Wochenendes in ihrem Twitter-Account darauf verwiesen, dass dies ein notwendiger Schritt sei, um zukünftig Spionage zu vermeiden. Damit reagiert die Regierung des südamerikanischen Landes auf die Enthüllungen in der britischen Zeitung The Guardian. Dort wurde im September ein Report veröf-fentlicht, der die Internetüberwachung der brasilianischen Regierung durch die USA aufdeckte. Diesem Bericht zufolge haben die USA sowohl die E-Mails und Internetaktivitäten von Dilma Rousseff und ihren Angestellten überwacht als auch die der staatlichen ölfirma Petrobas.

Washington-Besuch abgesagt

Der Vorfall hatte zu Spannungen zwischen der US-Regierung und der brasilianischen Regierung geführt. Rousseff forderte eine sofortige Aufklärung der im Guardian erhobenen Vorwürfe, welche ihr von US-Präsident Barack Obama zugesagt wurde. Als die Regierung der USA jedoch nicht umgehend eine umfassende Investigation einleitete, sagte Dilma Rousseff einen geplanten Besuch in Washington ab. Sie betonte, dass unter den Umständen keine respektvolle Beziehung aufgebaut werden könne. Rousseff wäre das erste brasilianische Staatsoberhaupt seit 1995 gewesen, das nach Washington reist.

Der staatliche Datenservice wurde nun damit beauftragt, ein neues Kommunikationsprogramm für die brasilianische Regierung zu entwickeln. Experten zufolge ist dies technisch ohne Probleme möglich und wird von ausgewählten E-Mail Providern bereits genutzt. Eine vollkommene Sicherheit sei aber nicht umsetzbar. (aj)