Guatemala |

Regierung nimmt Sozialprogramme wieder auf

Guatemalas Regierung hat die Auszahlung von Sozialprogrammen der sozialdemokratischen Vorgänger-Administration wieder aufgenommen, vermeldete die staatliche Nachrichtenagentur AGN. Bei einem Festakt Ende letzte Woche im nordwestlichen Departamento Quiché erklärte Präsident Hugo Pérez Molina, der Staat werde „die eingegangenen Verpflichtungen“ gegenüber der Bevölkerung auch künftig erfüllen. Gleichzeitig bat der Ex-Militär um einen „sorgsamen“ Umgang mit den Geldern vom Sozialprogramm „Mi Bono Seguro“.

Die Zahlungen von 300 Quetzales (rund 50 Euro) an über 10.000 Empfänger in der von Dürre und Hungersnöten geplagten wurde wieder aufgenommen, nachdem Familien in einem Zentralregister eingetragen wurden. Dadurch würden „Zweifachmeldungen von Personen verhindert“ und den Sozialprogrammen „zur mehr Transparenz verholfen“, berichtete AGN. Im ganzen Land würden insgesamt 801.000 Guatemalteken von den unterschiedlichen Sozialprogrammen von „Mi Bono Seguro“ profitieren, so offizielle Zahlen aus dem Ex-Bürgerkriegsland.

Noch in der Opposition hatte Molina als Politiker der konservativen Patriotischen Partei (PP) die Sozialprogramme seines Vorgängers Álvaro Colom (2008 bis 2012) als Populismus und Klientelismus verurteilt. Lebensmittelhilfen, Geldzuweisungen an Familien gegen Schulbesuch ihrer Kinder und Gesundheitsprogramme hatte der erste sozialdemokratische Präsident in der Geschichte Guatemalas nach seinem Wahlsieg 2008 eingeführt. 40 Prozent der 15,5 Millionen Guatemalteken sind indigener Herkunft. 53,7 Prozent der Bevölkerung leben laut Weltbank unter der Armutsgrenze, gegenüber 2000 ein Anstieg von über drei Prozent. (bb)