Argentinien |

Regierung muss mehr als eine Milliarde Schulden zurückzahlen

Ein US-Berufungsgericht hat Ende vergangener Woche die Rückzahlung argentinischer Schulden an zwei Hedgefonds in Höhe von 1,47 Milliarden US-Dollar verlangt. Damit bestätigte das Gericht das Urteil vom Februar 2012. Bereits im letzten Jahr hatte die Justiz der Vereinigten Staaten entschieden, dass die argentinische Regierung die Schulden, die noch aus der Finanzkrise des südamerikanischen Landes im Jahr 2001 bestehen, begleichen muss.

Der Großteil der Gläubiger hatte sich in diesem Zusammenhang 2005 und 2010 auf den Umtausch in neue Papiere mit anderen Konditionen eingelassen. Nicht so jedoch NML Capital und Aurelius. Die beiden Fonds bestehen bereits seit mehreren Jahren auf die Rückerstattung des vollen Schuldenbetrags plus Zinsen. Ihren Höhepunkt hatten die Streitigkeiten, als die Gläubiger veranlassten, das argentinische Militärsegelschiff Libertad im ghanaischen Hafen Tema zu beschlagnahmen, um Argentinien zu zwingen, die ausstehende Summe zu begleichen. Erst durch ein Urteil des internationalen Seegerichtshofs konnte die Libertad in diesem Januar wieder in ihren Heimathafen Mar del Plata zurückkehren.

Cristina Kirchner weigerte sich von Beginn an, die Schulden in der entsprechenden Höhe anzuerkennen und zurückzuzahlen. Sie legte umgehend Berufung gegen das Urteil vom letzten Februar ein. Kirchner wirft den Hedgefonds vor, argentinische Wertpapiere zu Zeiten der Krise günstig erworben zu haben, um nun Profit daraus zu schlagen. Sie bezeichnete die US-Unternehmen als Geier-Fonds. Die Entscheidung des US-Amerikanischen Gerichts vom vergangenen Jahr nannte der argentinische Finanzminister Hernán Lorenzin juristischen Kolonialismus. (aj)