Brasilien |

Regierung fördert Frauenrechte

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff will mehr bei Gewalt gegen Frauen unternehmen. „Frauen haben zunehmend mehr Mut für eine Anzeige, weil sie wissen, dass sie nicht allein sind“, erklärte die Ex-Guerilla-Kämpferin zu Wochenbeginn. In jedem Bundesstaat Brasiliens werde es künftig ein „Haus der brasilianischen Frau“, Anlaufstellen für weibliche Gewaltopfer geben, so Brasiliens erste Frau an der Staatsspitze im Radioprogramm „Kaffee mit der Präsidentin“.

Eine in ihrer Amtszeit eingeführte Telefon-Hotline für Gewaltopfer sei gut angenommen worden. Allein 2012 hätten über 730.000 Frauen bei der „Nummer 180“ angerufen. „Sie greifen zum Hörer, weil sie dem Programm vertrauen, und weil diese Regierung von einer Frau angeführt wird“, sagte Rousseff und kündigte an, weiter „für die Verteidigung und Unabhängigkeit“ der Frauen zu arbeiten.

Die Zahlen zeigen auch, wie wichtig der Kampf gegen Machismus und Gewalt ist. Im kommenden Jahr würden im Rahmen der Kampagne „Frau, ein Leben ohne Gewalt“ darum 135 Millionen US-Dollar bereitgestellt. „Gewalt gegen Frauen ist ein Gewaltakt gegen die ganze Gesellschaft“, machte sich Rousseff für die Stärkung von Frauenrechten stark. 2006 hatte Vorgänger Luiz Inácio da Silva das Gesetz „Maria da Penha“ verabschiedet, das harte Strafen bei häuslicher Gewalt vorsieht.

Die Norm trägt den Namen einer Bio-Chemikerin, die jahrelang für die Verurteilung ihres Ehemannes gekämpft hatte. Dieser hatte zweimal versucht sie zu ermorden und ließ sie querschnittsgelähmt zurück. „Es reicht nicht aus, das Bewusstsein der Frauen zu stärken, wenn sie sich nicht vom Staat beschützt fühlen“, lobte zuletzt Rebecca Tavares vom UN-Büro für Frauenrechte in Brasilien eine Haftstrafe von 22 Jahren für den Ex-Mannschaftskapitän des Fußballclubs Flamengo. Dieser hatte seine Partnerin brutal ermordet. (bb)