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Regierung erlässt 12 afrikanischen Ländern Schulden

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hat zu Beginn dieser Woche auf dem Gipfeltreffen der Afrikanischen Union in Addis Abeba angekündigt, 12 afrikanischen Ländern ihre Schulden von insgesamt knapp 900 Millionen US-Dollar zu erlassen, beziehungsweise umzuschulden. Der größte Teil der Schulden wird laut Regierungssprecher Thomas Traumann komplett erlassen, für einen Teil der Schulden sind vorteilhaftere Zinssätze und längere Rückzahlzeiträume vorgesehen. Am meisten werden von dieser Maßnahme Kongo-Brazaville, Tanzania und Sambia profitieren. Den Großteil der Schulden häuften die afrikanischen Staaten in den 197oer Jahren an.

Die Maßnahme der brasilianischen Regierung wird von Experten als weiterer Schritt gewertet, die afrikanisch-brasilianischen Handelsbeziehungen weiter auszubauen, und so auch dem wachsenden brasilianischen Markt den Zugang zu den Ressourcen Afrikas zu erleichtern. Die ökonomischen Daten Brasiliens zeigen, dass die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit vielen Ländern Afrikas in den letzten zehn Jahren stark zugenommen hat. Das Handelsvolumen erhöht sich von fünf Milliarden US-Dollar im Jahr 2000 auf mehr als 26 Milliarden US-Dollar im Jahr 2012. Ein weiteres Indiz für die verstärkte Zusammenarbeit unter dem Dach der so genannten Süd-Süd-Kooperation sei die steigende Anzahl der brasilianischen Botschaften auf dem afrikanischen Kontinent, heißt es in lokalen Medien. Allein in den vergangen zehn Jahren wurden 19 neue brasilianische Botschaften in Afrika eröffnet.

Weitere Länder, die von dem Schuldenerlass profitieren sind die Elfenbeinküste, Gabon, Guinea, Guinea-Bissau, Mauretanien, der Sudan, Senegal, Sao Tome und Principe sowie die Demokratische Republik Kongo. (aj)