Guatemala |

Regierung erklärt Notstand in San Rafael Las Flores

Die guatemaltekische Regierung hat einen 30-tägigen Notstand für die Stadt San Rafael Las Flores und drei weitere Städte der Region ausgerufen. Während des Notstandes sind Versammlungen und Zusammenkünfte strikt untersagt und die Regierung hat Militär entsendet, um die Situation vor Ort unter Kontrolle zu bringen. Grund dafür sind die gewalttätigen Ausschreitungen bei Protesten gegen die umstrittene Silbermine der kanadischen Firma Tahoe Resources. Die Bewohner von San Rafael Las Flores befürchten, dass die Mine das Trinkwasser in ihrer Region kontaminiert und protestieren bereits seit Monaten gegen den Abbau des Silbers.

Lokalen Medien zufolge sind die Proteste der Minengegner seit April zunehmend gewalttätiger geworden, bis die Situation zu Beginn dieser Woche eskalierte. Demonstranten nahmen 23 Polizisten gefangen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Bei der Befreiungsaktion durch die Polizei kam es zu einer Schießerei, bei der ein Polizist und ein Demonstrant ums Leben kamen. Sechs weitere Minengegner wurden durch die von der Polizei verwendeten Gummigeschosse verletzt.

Der guatemaltekische Präsident Otto Perez machte deutlich, dass die Umstände der Auseinandersetzungen genauestens untersucht werden. „Wir haben gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft eine sechsmonatige Investigation veranlasst, um die kriminellen Aktivitäten in der Region zu untersuchen. Ich erlaube nicht, dass dieser Zustand anhält“, erläuterte Perez vor der Presse des zentralamerikanischen Landes. Die Firma Tahoe Resources erklärte in einer Pressemitteilung ihr Bedauern für die Vorkommnisse, wies jedoch jegliche Verantwortung für die Todesopfer zurück. (aj)