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Regenwald-Regenerierung mit Hilfe von Tapiren?

Ein Amazonas-Tapir. Foto: Pierre Pouliquin, CC BY-NC 2.0

Wissenschaftler haben festgestellt, dass Tapire auf niedergebrannten Böden im Vergleich mit intaktem Regenwald das Dreifache an Ausscheidungen hinterlassen und entsprechend mehr Samen verteilen. Die Tiere könnten also einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass von Menschen zerstörte Wälder sich auf natürliche Weise wieder erholen und wieder ihre Funktion als Kohlenstoffspeicher übernehmen. Für die Eindämmung des Klimawandels ein ganz neuer Ansatz.

Tapire ernähren sich von Früchten. Die Forscher fanden heraus, dass die Säugetiere doppelt so viel Zeit in Gebieten niedergebrannten Waldes verbringen wie in noch relativ intakten Regenwäldern. Die Menge der verstreuten Samen ist dementsprechend höher. Ein weiterer Grund also, dieses für Südamerika typische Säugetier zu schützen. Der Ökologe Lucas Paolucci, Hauptautor der Studie, und seine Kollegen haben ihre Erkenntnisse in der Fachzeitschrift „Biotropica“ veröffentlicht.

Amazonas-Tapir als gefährdet eingestuft

Der Amazonas-Tapir ist mit den Pferden und den Nashörnern verwandt. Von der Weltnaturschutzunion IUCN wird der Regenwaldbewohner als gefährdet eingestuft. Die Fortpflanzung der Tiere verläuft langsam. Die durch Jagd dezimierten Bestände erholen sich nur mühsam. Der Amazonas-Tapir kann eine Länge von 2,2 Meter und ein Gewicht von 250 Kilogramm erreichen. Der Magen kann viele verschiedenen Arten von Samen aufnehmen, auch große - aus denen vielleicht einmal ein riesiger Baum wächst.

Bislang hatten Forscher vor allem die Verteilung der Samen per Tapir-Exkrementen in intakten Regenwäldern untersucht. Das Team um Lucas Paolucci führte die Studien im Bundesstaat Mato Grosso durch. In der Vergangenheit hatten Wissenschaftler hier zu Forschungszwecken kleine Stücke des Regenwaldes abgebrannt. Diese Flächen wurden nun mit ursprünglichem Regenwald verglichen. (bs)

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