Bolivien |

Regen beendet Waldbrände

Intensive Regenfälle in ganz Bolivien haben für ein Ende der landesweiten Wald- und Steppenbrände gesorgt. Laut eines Berichts der Staatlichen Behörde für Wald und Boden (ABT) sei die Zahl registrierter Brandherde zu Wochenbeginn auf insgesamt sieben geschrumpft, alle im Departamento La Paz. Von Januar bis August 2010 hatte ABT insgesamt 40.825 Brandherde verzeichnet, wobei eine Fläche von über 2,4 Millionen Hektar betroffen war.

Allein im August brannte die Erde an 30.538 Stellen. Die häufigste Ursache war die traditionelle Brandrodung, das »chaqueo« sowie eine Hitzewelle, die jetzt von einer Kaltfront mit Regen in den betroffenen Regionen Tiefland, Hochland und Chaco abgelöst wird. Boliviens Vizeminister für ländliche Entwicklung Víctor Hugo Vásquez erklärte, die Brände hätten der Landwirtschaft »keine bedeutenden Schäden« zugefügt. »Erstens sind wir sind nicht in der Aussaat- oder Erntezeit, und zweitens tragen die Brandrodungen zur Erholung der Weiden bei«, so Vásquez.

Boliviens Regierung wirbt für mehr ökologisches Bewusstsein. Dafür müssten die landwirtschaftlichen Produzenten endlich vom »chaqueo« ablassen, der die Umwelt erheblich schädige, forderte der Minister. ABT-Chef Clíver Rocha kündigte neben den üblichen Geldstrafen verschärfte Sanktionen gegen den im Gesetz neu eingeführten Tatbestand der »illegalen Brandrodung« an. Dieser liege vor, wenn Landbesitzer forstwirtschaftliche Flächen durch das Legen von Feuer in Agrarland umwandeln. Auch könnte damit ein Verstoß gegen die in der neuen Verfassung beschriebene »Soziale ökonomische Funktion« (FES) der betroffenen Ländereien vorliegen, was mit Enteignung bei Zahlung einer Entschädigung sanktioniert werden kann. 67 Prozent der Brände seien im Tiefland-Departamento Santa Cruz gelegt worden, 29 Prozent im Beni. Wegen »illegaler Brandrodung« werde derzeit gegen zehn Personen prozessiert, gegen weitere 69 Landbesitzer wird ermittelt. (bb)