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Rechte von Migrantenkindern werden verletzt

Kinder von Migranten sind in Lateinamerika und der Karibik besonders gefährdet, Opfer von Missbräuchen zu werden. Dies geht aus einem Bulletin hervor, das die Wirtschaftskommission CEPAL und UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, vorgelegt haben. Schätzungen zufolge ist einer von fünf Migranten ein Kind oder ein Heranwachsender.

Nach Angaben der Veröffentlichung sind rund sechs Millionen Menschen innerhalb Lateinamerikas und der Karibik migriert. Etwa 25 Millionen dagegen zog es in die USA oder nach Europa. Kinder von Migranten seien potenzielle Opfer von Missbrauch, Ausbeutung und Verletzungen ihrer Rechte, da eine entsprechende Schutzpolitik für Migranten fehle.

Als Migrant gebrandmarkt

Das Bulletin zieht Erfahrungen, Artikel und Analysen zum Schicksal von Kindern aus Lateinamerika und der Karibik heran, die entweder ihr Heimatland verließen, oder deren Eltern Migranten sind. Experten von UNICEF sprechen von Millionen Kindern und Heranwachsenden, deren Menschenrechte stark beschnitten würden, nur weil sie oder ihre Eltern Migranten seien.

Jugendliche und Kinder unter 18 Jahren, die alleine migrieren, unterliegen dabei einer höheren Gefährdung. Ohne sozialen oder rechtlichen Schutz seien sie sich ihrer Rechte als Migranten nicht bewusst. Häufig reisten sie in Länder, in denen sie Schwerstarbeit leisteten oder sexuell ausgebeutet würden. Außerdem seien sie regelmäßig erniedrigenden Situationen ausgesetzt, was tiefe seelische Spuren hinterlasse.

Doch auch Kinder, die mit ihren Eltern migrieren, leiden in unterschiedlicher Weise ihr Leben lang an dem, was ihnen zugefügt wurde. Migranten generell seien mit restriktiver Migrationspolitik konfrontiert, es bestehe ein hohes Risiko, Opfer von Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Menschenhandel zu werden.

Appell an Regierungen

Die UNICEF-Forscher fordern von den Regierungen Lateinamerikas und der Karibik daher eine Migrationspolitik, welche die Rechte von Kindern schützt. Kinder und Heranwachsende dürften zum Beispiel nicht verhaftet werden, weil sie illegal in ein Land gekommen seien.

Die Studie weist aber auch auf die positiven Seiten der Migration hin. So verfügten Kinder und Heranwachsende über bessere Entfaltungsmöglichkeiten hinsichtlich der Bildung, wenn sie von ihren Eltern begleitet seien, oder in Form von Geldsendungen finanziell unterstützt würden. Ein weiterer Aspekt der Überweisungen sei, dass diese die Verbreitung von Kinderarbeit verringern könnten, heißt es. Für minderjährige Migranten wäre es zudem hilfreich, wenn auf die Überweisungen keine Steuern fällig würden. Grundsätzlich müssten die nationalen Gesetzgebungen reformiert werden, im Sinne einer Stärkung der sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Rechte von Migrantenkindern.

Autor: Karol Assunção, In: Adital