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Recht des Kindes auf dem Prüfstand

Auch nach 20 Jahren findet das Kinderrecht nicht überall Beachtung.

Brasília. Vor 20 Jahren formulierte die UNO eine Kinderrechtskonvention, die Brasilien 1990 ratifizierte, doch Anwendung finden die Rechte in vielen Fällen bis heute noch nicht. Überleben, Entwicklung, Schutz und Beteiligung werden den Kindern oftmals nur auf dem Papier zugestanden. Kinderarbeit, mangelnde Bildung, Kriminalität und Armut sprechen eine andere Sprache. In einem Land, dessen Bevölkerung zu mehr als einem Drittel unter 18 Jahren alt ist, wird damit einem Großteil der Gesellschaft immer noch zu wenig Achtung geschenkt.

Aus diesem Anlass veranstaltet das Institut soziökonomischer Studien (Instituto de Estudo Socioeconomicos – Ines) am 15. und 16. Oktober im Abgeordnetenhaus ein Seminar zum Thema „20 Jahre Recht der Kinder und Jugendlichen“. Die Veranstaltung ist Teil des Projektes „Kinder und Jugendliche: eine Priorität im Parlament“. Bei dem Seminar soll eine Auswertung der Erfolge und Herausforderungen des Abkommens über Kinderrechte und des Statuts der Kinder und Jugendlichen (Estatuto da Crianças e do Adolescente – ECA) erarbeitet werden.

„Unsere Gesetzgebung ist sehr fortgeschritten, muss aber effektiver gestaltet werden, vor allem bezüglich der Kinder und Jugendlichen, die in unserem Land besonders benachteiligt sind. Die Armen und die Schwarzen sind die größten Opfer von Gewalt und einer geringen Qualität in Bildung, Gesundheit und Lebensstandard ausgesetzt“, resümiert Cleomar Manhas, Organisatorin des Seminars. Sie führt das Problem vor allem auf den „Konservativismus des Nationalkongresses“ zurück. Mit den Ergebnissen des Seminars soll der Bevölkerung und dem Nationalkongress eine Richtlinie zum Schutz von Kindern und Jugendlichen an die Hand gegeben werden.

Text: leif