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Recherchen zu Umweltzerstörungen bleiben riskant

Investigative journalistische Recherchen zu den Ursachen des Klimawandels und umweltzerstörenden Praktiken von öl-, Minen- und Holzunternehmen sind weiterhin mit Gefahren verbunden. Dies ist eine der Schlussfolgerungen des am 3. Juni veröffentlichten zweiten Berichts von Reporter ohne Grenzen (ROG) über Umweltberichterstattung und Pressefreiheit. Mit der kurz vor dem "Tag der Umwelt" am 5. Juni veröffentlichten Studie knüpft ROG an einen Bericht zur gleichen Thematik von September 2009 an.
Die schwierige und riskante Arbeitssituation investigativer Umweltreporter habe sich in den vergangenen Monaten nicht verändert, so ROG. Einige der bereits im ersten Bericht erwähnten Medienmitarbeiter wie der brasilianische Herausgeber der Zeitschrift "Jornal Pessoal", Lúcio Flávio Pinto, würden weiterhin juristisch verfolgt oder seien wie der usbekische Journalist Salidschon Abdurachmanow immer noch in Haft. Dazu kommt eine Reihe neuer Fälle von gewalttätigen Übergriffen, Drohungen und Schikanen gegen Journalisten, juristischer Verfolgung von Medienmitarbeitern und Zensur.

Ein Haupthindernis einer unabhängigen, tiefer gehenden Berichterstattung über Ursachen globaler Umweltprobleme sei die Komplizenschaft zwischen an Ressourcenraubbau beteiligten Unternehmen und lokalen Behörden, beglagt ROG: „Milliardenschwere Branchen wie die Minen-, öl- und Holzindustrie werden häufig in besonderer Weise von Regierungen protegiert, der Informationsfluss über skandalträchtige, hoch riskante Fördertechniken und umweltschädigenden Rohstoffabbau unterdrückt.“

In Nordargentinien habe sich ein Streit um die umweltschädigenden Auswirkungen von Kupferminen auf die Wasserqualität so aufgeheizt, dass Reporter auch zwischen die Fronten von Befürwortern und Gegnern des Minenprojekts geraten seien: In den Provinzen Catamarca und Chaco registrierte ROG Angriffe auf Journalisten sowohl von Sicherheitskräften, die im Dienste lokaler Politiker stehen, als auch von gewalttätigen Gegnern der Minenindustrie.

Quelle: Reporter ohne Grenzen