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Reaktionen auf Tod Bin Ladens

Der am Montag bekannt gewordene Tod von Osama bin Laden hat in Lateinamerika zu unterschiedlichen Reaktionen geführt. Zu den ersten Gratulanten ans Weiße Haus gehörte am Montag früh Perus Außenminister José García Belaunde. Der ganzen Welt biete sich jetzt ein »Horizont der Sicherheit«, so Belaunde in einer schriftlichen Grußbotschaft an das Weiße Haus. Es gelte jedoch nicht zu vergessen, dass der Terrorismus eine Gefahr für die Verfassungsdemokratien bleibe.

»Die ganze Welt hat es doch gefordert, dass wenn du einen Schaden anrichtest, wie es Bin Laden getan hat, er am Ende auch fällt«, kommentierte Kolumbiens Außenministerin María Ángela Holguín die Meldung über den Tod des islamistischen Untergrundarmee-Befehlshabers. Für Kolumbiens Chefdiplomatin ist dessen gewaltsames Ende »eine Demonstration dafür, welche Aktionen die Länder im Kampf gegen den Terrorismus ergreifen müssen«, so Holguín in einem Radiointerview kurz nach ihrer Depesche an die US-Regierung.

Aus Caracas kommt Kritik am Umgang mit dem Tod Bin Ladens. »Es überrascht mich immer wieder, wie normal Mord und Verbrechen geworden sind, und wie es gefeiert wird«, sagte Venezuelas Vizepräsident Elías Jaua im TV-Sender Telesur. Früher hätten die »imperialen Regierungen« noch die Form gewahrt. Heute aber würde » der Tod von egal welchem Individuum« offen zelebriert von jenen »Regierungen, die bombardieren«, sagte Jaua in Anspielung auf den vermeldeten Tod von Familienangehörigen der Gaddafi-Familie im Libyen-Krieg durch Nato-Angriffe.

Bin Laden, Kopf und Finanzier der weltweit operierenden Terror-Vereinigung »Al-Kaida« und verantwortlich für die verheerenden Anschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York, war in Pakistan am Sonntag bei einer US-geführten Kommandoaktion ums Leben gekommen. (bb)