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Rangliste der Pressefreiheit: Blick auf Lateinamerika

Deutsche Journalisten interviewen Bischof Chomali in Chile. (Symbolfoto: Adveniat/Escher)
Deutsche Journalisten interviewen Bischof Chomali in Chile. (Symbolfoto: Adveniat/Escher)

Die "Rangliste der Pressefreiheit" zeigt eine leichte Verbesserung der Presse- und Informationsfreiheit in Lateinamerika. Die Rangliste bewertet die Lage der Presse- und Informationsfreiheit in 180 Ländern. Sie bewertet zudem die Bemühungen der Staaten die ungehinderte Arbeit von Journalistinnen und Journalisten sicherzustellen. Die NGO "Reporter ohne Grenzen" veröffentlicht die Liste jährlich. Wir blicken auf die lateinamerikanischen Länder:

Spitzenreiter in Lateinamerika ist und bleibt Costa Rica, auch wenn das Land um vier Plätze fiel. In der Lateinamerika-Analyse erklärt die NGO den Fall aufgrund von Belästigungen von Journalisten durch Autoritäten in Zeiten der Präsidentschaftswahl. Um fünf Plätze steigerte sich Uruguay, das nun auf Platz 20 liegt. Der Aufsteiger des Jahres ist Ecuador (92). 13 Plätze ging es nach oben. Grund: Die Beziehung zwischen der Regierung und den privaten Medien hat sich seit dem Dienstantritt von Lenin Moreno verbessert. "Das Mediengesetz von 2013, das als Grundlage für Verleumdungsklagen, Geldstrafen und Entlassungen von Journalisten diente, soll reformiert werden", erklärt die NGO.

Schlechte Aussichten in Venezuela

Auf der anderen Seite bildet Kuba weiterhin das Schlusslicht der westlichen Hemisphäre - Platz 172, eine Steigerung zum Vorjahr um einen Platz. Den größten Absturz in Lateinamerika musste Venezuela hinnehmen - um sechs Plätze hinunter auf Rang 143. Es war die Konsequenz aus den autoritären Maßnahmen der Regierung Maduro. Berichte unabhängiger in- und ausländischer Journalisten über die Wirtschafts- und Politikkrise des Landes wurden massiv durch Gewalt und Einschüchterungen unterbunden. Auch in Bolivien herrschen weiterhin düstere Zeiten für Journalistinnen und Journalisten. Die Regierung um Evo Morales attackiert Journalisten verbal und versucht sie mundtot zu machen. Das Resultat ist Platz 110, vier Ränge abwärts.

Weiterhin im "roten Bereich" befinden sich Kolumbien (130), Honduras (141), Guatemala (116) und Mexiko (147). Die Stufe "rot" ist die zweitschlechteste Bewertung für die Pressefreiheit in einem Land. Die schlechteste trägt schwarz, In Lateinamerika ist einzig Kuba schwarz gekennzeichnet. Das größte Land in der Region - Brasilien (102) - konnte wieder einmal nicht die Top 100 knacken. Gewalttaten und Einschüchterungen sind weiterhin an der Tagesordnung. Die Regierung Temer räume der Pressefreiheit keine hohe Priorität ein, berichtet "Reporter ohne Grenzen". Besonders die Presse außerhalb der großen Städten wäre anfällig, da es dort den Journalisten an öffentlicher Unterstützung fehle. (aw)

Quelle: Reporter ohne Grenzen