Ecuador |

Räumung mit Gewalt

Bei Zusammenstößen zwischen Polizei und Minenarbeitern sind am Mittwoch in Ecuador mehre Menschen verletzt worden. Auf ihrer Internetseite berichtete die Zeitung El País am Donnerstag über einen Toten. Im Amazonas-Gebiet 13 Kilometer von der Ortschaft Paquisha waren am Mittwoch rund 1000 Polizisten gegen 400 Bergleute vorgegangen. Vier von ihnen seien verhaftet worden, informierte Salvador Quishpe, Präfekt der Provinz Zamora Chinchipe. Die Sicherheitskräfte hätten »die Menschen wie Verbrecher behandelt«, beschwert sich Quishpe über deren Vorgehen.

Die Zentralregierung in Quito rechtfertigte den massiven Polizeieinsatz. Man habe mit Widerstand gegen die Räumung des »illegalen Bergbau« rechnen müssen, erklärte die Menschenrechtsombudsfrau Alexandra Ocles. »Die Regierung hat diese Maßnahme ergriffen, um die Umweltsanierung in der Zone zu garantieren« und um einen »Regulierungsprozess« der Arbeitsverhältnisse in die Wege zu leiten.

Seit 20 Jahren bauen die Bergleute Mineralien auf eigene Rechnung ab, vor allem Gold. Durch den Einsatz von Quecksilber und anderen Chemikalien verursacht das traditionelle Schürfen große Umweltschäden. Gegenüber der Nachrichtenagentur EFE bat der Kommunalpolitiker Jimmy Ordóñez um eine Beendigung der »einseitigen« Zwangsräumung. »Einer Menge von Menschen, die kein Geld haben für den Kauf von Maschinen für 20000 Dollar bietet der traditionelle Bergbau eine Chance«, so Ordóñez. Für die nächsten Tage steht die Räumung um das Schürfgebiet Cungüimi an, wo rund 1500 Personen arbeiten.

(bb)