Haiti |

Rätselraten um Absichten ehemaliger Regierungschefs

Während der Anwalt des ehemaligen Diktators Jean-Claude Duvalier in Presseberichten vom 19. Januar noch mit den Worten zitiert wurde, sein Mandant könne sich vorstellen, „für immer in Haiti zu bleiben“ und wieder aktiv in der Politik tätig zu sein, berichtet die Nachrichtenagentur AFP heute, der Ex-Diktator habe diese Aussagen dementiert. Ursprünglich hatte der auch als "Baby Doc" bekannte Duvalier erklärt, er wolle am heutigen Donnerstag Haiti wieder verlassen.

Gegen den am vergangenen Sonntag mit seiner Frau aus dem französischen Exil nach Haiti zurückgekehrten Duvalier wurden inzwischen mehrere Anklagen, unter anderem wegen Folter, schweren Menschenrechtsverletzungen und Korruption erhoben, berichtet die Nachrichtenagentur púlsar.

Inzwischen habe auch der 2004 gestürzte und momentan im südafrikanischen Exil lebende Ex-Präsident Aristide Interesse an einer Rückkehr nach Haiti angemeldet, heißt es in Presseberichten. Aristide war der erste gewählte Präsident Haitis. 2004 musste der einst gefeierte Präsident das Land jedoch nach Korruptionsvorwürfen und Unruhen verlassen. (bh)