Guatemala |

Prozess gegen Ríos Montt eventuell erst im April 2014

Nach Aussagen des Tribunal B für Risikofälle werde der Prozess gegen den Ex-Diktator Ríos Montt spätestens zum April 2014 neu aufgerollt werden. Dem Tribunal war am Dienstag dieser Woche von einem Berufungsgericht die Prozessdurchführung zugewiesen worden, berichtet die Nachrichtenagentur TeleSur.

Das Tribunal erklärte, es seien mindestens 26 Prozesse zu führen, ehe der Prozess gegen Ríos Montt erneut begonnen werden könne. Den Vorsitz im neuen Prozess wird die Richterin Janeth Valdéz innehaben.

Urteil gegen Montt bleibt annulliert

Das Verfassungsgericht Guatemalas hatte die am 10. Mai erfolgte und international begrüßte Verurteilung von Jose Efraín Ríos Montt zu 80 Jahren Haft wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit am 20. Mai wieder aufgehoben. Zwei von drei Obersten Richtern hatten dafür gestimmt, die Beschwerde der Anwälte des 86-jährigen Montt anzunehmen. Die Anwälte hatten moniert, im Prozess seien die Rechte der Verteidigung beschnitten worden seien. Deshalb gilt das Urteil als annulliert und der Prozess muss neu aufgerollt werden.

Der Ex-Diktator Montt war 1982 durch einen Militärputsch an die Macht gekommen. Während seiner kurzen Amtszeit von nur 15 Monaten soll er für zahlreiche Morde, Folterungen und die Zwangsumsiedlung tausender Maya-Indigener verantwortlich sein. Montt selbst bestreitet seine Schuld. (bh)