Argentinien |

Prozess gegen Ex-Diktator hat begonnen

Der Prozess gegen den Ex-Präsident Reynaldo Bignone wegen Menschenrechtsverletzungen hat am Montag (2.11.) begonnen. Für das Verlesen der Anklageschrift wurden drei Tage veranschlagt. Die Vorwürfe schließen Entführung, Folter und die Ermordung von 56 Menschen während der Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983 ein. Sechs Offiziere und ein ehemaliger Polizist sind ebenfalls angeklagt.

Der Prozess findet in einer Fußballhalle in einem Vorort von Buenos Aires statt. Hunderte Zuschauer, darunter Angehörige von Opfern, hatten sich in dem Behilfs-Gerichtssaal eingefunden. Mehr als 130 Zeugen sollen ab nächster Woche aussagen. Die Justiz hat seit 2003 zahlreiche Straftaten aus der Diktaturperiode aufgeklärt, da der damalige Präsident Néstor Kirchner zwei Amnestie-Gesetze aufhob. Diese hatten vorher Hunderte von Ex-Militärs vor Haftstrafen geschützt.

Der 81-jährige Bignone war vom Juni 1982 bis Dezember 1983 der letzte Machthaber der Diktatur. Der demokratisch gewählte Raúl Alfonsín löste ihn ab. Ein Urteil im Fall Bignone wird nicht vor März 2010 erwartet.

Text: jam