Chile |

Protestende in Patagonien

Nach einem Monat heftiger Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten und Arbeitslosigkeit im Süden Chiles haben Bürgerorganisationen und Zentralregierung am Wochenende eine friedliche Lösung erzielt. Nach zuletzt über acht Stunden Verhandlungen in Santiago de Chile unterzeichneten 14 Bürgervertreter und Zentralregierung unter Führung von Innenminister Rodrigo Hinzpeter ein 11-Punkte-Abkommen, so Medienberichte. Hinzpeter führt derzeit die Regierungsgeschäfte, da Präsident Sebastian Piñera auf einer zweiwöchigen Asien-Reise ist.

Wichtigste Punkte des Abkommens sind die Einrichtung einer Sonderhandelszone »zona franca« für den Kauf von verbilligtem Benzin sowie ein staatliches Subventionsprogramm für Arbeitsplätze vor Ort. Im Gegenzug erklärten die Demonstranten in der 1700 Kilometer südlich der Haupstadt gelegenen Randregion Aysén die Aufhebung mehrerer Straßenblockaden. »Wir haben ein Abkommen erreicht, wir sind sehr zufrieden, besonders froh sind wir über die Möglichkeit einer „zona franca“, die schon lange ein Wunsch Patagoniens war«, erklärte Iván Fuentes, Sprecher der Bürgervereinigungen von Aysén in lokalen Medien.

Die seit Mitte letzter Woche laufenden Verhandlungen waren laut Presseberichten nur durch das direkte Eingreifen Hinzpeters vor dem Scheitern bewahrt worden. Dieser habe neben der Sonderhandelszone auch den sofortigen Rückzug hunderter Polizisten aus Patagonien versprochen. Bei den Protesten war es zu teils gewalttätigen Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften gekommen war, denen ein unverhältnismäßiger Einsatz von Gewalt vorgeworfen wird. (bb)