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Proteste wegen zu hoher Energiepreise

Erdöl-Pumpstation an der Via Auca in Ecuador (Symbolfoto: Pohl/Adveniat)
Erdöl-Pumpstation an der Via Auca in Ecuador (Symbolfoto: Pohl/Adveniat)

Nach tagelangen Massenprotesten gegen hohe Benzinpreise hat die liberal-konservative Regierung von Präsident Danilo Medina Sánchez dem Druck der Straße nachgegeben. Man werde die Preise für Benzin um drei Pesos (0,06 US-Dollar) pro Gallone und für Flüssiggas um 3,8 Pesos (0,076 US-Dollar) senken, hieß es in einer Pressemitteilung des Ministeriums für Industrie und Handel am Wochenende. Davor waren im ganzen Land Tausende Menschen gegen zu hohe Energiepreise und Lebenshaltungskosten demonstrieren gegangen, berichtet die Tageszeitung „Hoy“ vergangene Woche.

Damit kostet eine Gallone Superbenzin im Karibikland jetzt umgerechnet 4,17 Euro und normales Benzin rund 4 Euro. Die Preise für Treibstoff liegen damit immer noch weit über den Kosten in anderen Ländern Mittelamerikas, so das Blatt. Im Schnitt müssen die Inselbewohner 37,5 Prozent mehr auf den Ladentisch legen als in Guatemala, El Salvador, Nicaragua oder Costa Rica, rechnet die Organisation für fossile Brennstoffe in Mittelamerika vor. Hauptgrund für die hohen Verbraucherpreise sei die Steuerlast.

80 Prozent des hohen Preises ginge auf Abgaben zurück, 20 Prozent auf die Gewinne der Zwischen- und Endhändler. In den vergangenen Tagen hatten darum immer wieder Bürgerinnen und Bürger sowie Transportunternehmer wie Taxifahrer und Lastwagenunternehmer protestiert. Sie fordern eine Änderung des „Gesetzes über fossile Brennstoffe“, in dem die Steuern und Abgaben geregelt werden. Fast 80 Prozent der staatlichen Steuereinnahmen würden aus Energiesteuern generiert, so Experten. (bb)

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