Paraguay |

Proteste wegen Rindfleischimporten aus indigenen Territorien

Aus Paraguay in die Europäische Union importiertes Rindfleisch könnte auf Kosten des Lebensraumes der Ayoreo-Totobiegosode im Chaco produziert worden sein. Deshalb hat die Menschenrechtsorganisation Survival International die Europäische Union in einem Schreiben dazu aufgefordert, den Ankauf von paraguayischem Fleisch solange auszusetzen bis sichergestellt sei, dass durch die Produktionsbedingungen keine Rechte der indigenen Ayoreo-Totobiegosode mehr verletzt würden.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation werden von der Firma Yaguareté Porá S.A. Bäume in Gebieten gefällt, in denen auch unkontaktierte Indigene leben. Diese seien als Jäger und Sammler völlig von einer intakten Umwelt abhängig und auch gegenüber Krankheitserregern, die durch Viehzüchtern eingeschleppt würden, nur unzureichend geschützt. Die Indigenen fordern seit 1993 erfolglos die Vermessung und Eintragung ihrer Territorien in die entsprechenden Register, so Survival International. Die Organisation stützt ihre Anschuldigungen gegen die Firma auf Satellitenbilder.

Survival International kritisiert Bericht an Global Compact-Initiative

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben 78.549 Hektar Land im Departement Alto Paraguay erworben und erklärt in einem Bericht, 27.500 Hektar dieses Gebiets dauerhaft als privates Naturschutzgebiet zu deklarieren. Das geschützte Gebiet sei ein Korridor zwischen zwei indigenen Territorien der Ayoreo-Totobiegosode.

Die Firma Yaguarete ist Mitglied im Global Compact der Vereinten Nationen. Dabei handelt es sich um "eine strategische Initiative für Unternehmen, die sich verpflichten, ihre Geschäftstätigkeiten und Strategien an zehn universell anerkannten Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung auszurichten", heißt es auf der Internetseite der UN-Initiative.

Nach Aussagen von Stephen Corry, Leiter von Survival International missachte die Firma Yaguarete "schamlos die noblen Prinzipien", zu denen es sich verpflichtet habe. In dem Bericht der Firma an Global Compact werde die Existenz der unkontaktierten Ayoreo nicht einmal erwähnt, kritisiert die Organisation. (bh)