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Proteste legen Arbeiten am Belo Monte Staudamm lahm

Der Protest von rund 150 Indigenen der Völker Juruna, Xypaia, Kuruaia und Canela hat am Donnerstag die Arbeiten am Belo Monte Staudamm zum erliegen gebracht. Die Protestanten erschienen am frühen Morgen vor den Toren der Baustelle. Die Nichtregierungsorganisation Xingú Vivo fordert das Konsortium Norte Energía dazu auf, dem Versprechen auf Entschädigungen für die betroffenen Ethnien sowie Farmer der Region nachzukommen. Norte Energía stoppte die Arbeiten auf der Bau-stelle nach eigenen Angaben aus Sicherheitsgründen und eine Einheit der nationalen Sicherheitspoli-zei löste den Protest anschießend auf.

Die indigene Bevölkerung am Fluss Xingu fordern von dem Baukonsortium Entschädigungen für die Verschmutzung des Flusswassers. Diese sorge dafür, dass ihre Lebensweise und vor allem ihre Sub-sistenzwirtschaft stark gefährdet seien. Die betroffenen Völker erheben weiterhin Anspruch auf In-vestitionen in die Infrastruktur der Region, wie beispielsweise Elektrizitätsleitungen. Des Weiteren verlangen sie Titel für das Land, auf dem sie leben.

Belo Monte stark umstritten

Belo Monte wird nach der Fertigstellung der drittgrößte Staudamm der Welt sein und eine Maximal-leistung von mehr als 11.000 Watt erbringen. Er ist in Brasilien und auch international jedoch höchst umstritten. Für die Umsetzung des acht Milliarden teuren Großprojekts müssen 500 Quadratmeter Amazonas-Regenwald überschwemmt werden. Dies störe laut Kritikern nicht nur das ökologische Geichgewicht des Gebiets, sondern habe auch starke Auswirkungen auf die in der Region lebenden Völker. Weiterhin sollen einige Umweltauflagen bisher nicht erfüllt worden sein. (aj)