Chile |

Proteste für neue Verfassung

Marco Enríquez Ominami von der Fortschrittlichen Partei fordert die Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung. Foto: Santiago Trusso, CC BY-NC-ND 2.0.
Marco Enríquez Ominami von der Fortschrittlichen Partei fordert die Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung. Foto: Santiago Trusso, CC BY-NC-ND 2.0.

In Santiago de Chile sowie in weiteren größeren Städten Chile haben am vergangenen Wochenende tausende Menschen für eine neue Verfassung demonstriert. Die derzeitige Verfassung des südamerikanischen Landes stammt noch aus der Zeit des Diktators Augusto Pinochet. Eine neue Verfassung war eine der zugesagten Reformen amtierende Präsidentin Michelle Bachelet während des Wahlkampfes.

Demonstranten fordern verfassungsgebende Versammlung

Der Konflikt zwischen Demonstranten und Regierung liegt in der Art der Einführung der Verfassung begründet. Bachelet möchte die aktuelle Verfassung gerne im Rahmen der bestehenden Institutionen reformieren. Sie sieht dabei das chilenische Parlament als die treibende Kraft. Die Opposition und auch die tausenden Demonstranten hingegen fordern die Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung, um den Prozess so partizipativer zu gestalten. Auf diesem Wege sei es laut dem Abgeordneten der "Fortschrittlichen Partei" Marco Enríquez-Ominami möglich, den vielen gesellschaftlichen Gruppen Chiles gerecht zu werden. So geht es beispielsweise auch um die Einbindung von Menschenrechten und Rechten der indigenen Bevölkerung Chiles.

An dem Protestzug durch die chilenische Hauptstadt nahmen laut den Veranstaltern 10.000 Menschen teil. Die Polizei gab eine Teilnehmerzahl von 3.500 an. Die Demonstration verlief friedlich und endete am Präsidentenpalast. Proteste gab es auch in Arica, Antofagasta, Calama, La Serena, Valparaiso, Concepcion, Temuco, Valdivia, Ancud, Coyhaique und Punta Arenas. (aj)

Foto: Santiago Trusso, CC BY-NC-ND 2.0.