Haiti |

Proteste am 2. Jahrestag des Erdbebens

Mehrere tausend Haitianer nahmen den zweiten Jahrestag des verheerenden Erdbebens vom Januar 2010 zum Anlass um gegen ihre eigene Regierung und die nach wie vor schlechte Lebensbedingungen der Betroffenen zu protestieren. Ein Demonstrationszug startete am Flughafen der Hauptstadtstadt Port au Prince und zog vor das Parlament. Dort überreichten die Demonstranten dem Vorsitzenden der Disputationskammer Levaillante Louis-Jeune und des Senats Deras Simon Dieisseu ein Papier mit ihren Forderungen für die Bereiche Wohnraum, Landwirtschaft, Arbeit, Dezentralisierung und Transparenz der Verwaltung. Die Demonstration wurde von der Plattform Je Nan Je veranstaltet, die sich aus verschiedenen haitianischen Organisationen zusammensetzt.

Das Erdbeben von 2010 erreichte Stärke sieben auf der Richterskala und kostet 300.000 Menschen das Leben. 75 Prozent der Gebäude von Port au Prince wurden zerstört und das Beben wird als eine der schlimmsten Naturkatastrophen beschrieben, die es je gegeben hat. Auch zwei Jahre später leben trotz großer Bemühungen zahlreicher Hilfsorganisationen und Regierungen viele Haitianer in sehr prekären Lebensbedingungen.

Dass die Situation in dem Karibikstaat sich bisher so langsam verbessert, liegt nach Angaben von Experten auch an der heimischen Regierung. Es fehle an starken Institutionen und teilwesie dem politischen Willen, viele der angekündigten Projekte umzusetzen. Bisher gebe es laut der Caritas nach wie vor keinen übergreifenden Masterplan zum Wiederaufbau.(aj)