Costa Rica |

Projekt zur Wiederbelebung indigener Sprachen

Buch in der indigenen Sprache der Awajún, die im Amazonastiefland von Peru leben. Foto (Symbolbild): Adveniat/Jürgen Escher
Buch in der indigenen Sprache der Awajún, die im Amazonastiefland von Peru leben. Foto (Symbolbild): Adveniat/Jürgen Escher

Um zu verhindern, dass indigene Sprachen aussterben, hat die Universidad de Costa Rica ein Projekt namens “Diversidad lingüística de Costa Rica” aufgelegt. Von den sieben indigenen Sprachen werden folgende am meisten im Alltag verwendet: Bribri, Maleku, Cabécar und Ngobe. Die Universität will einen Beitrag dazu leisten, dass die Sprachen als nationales Kulturgut Costa Ricas erhalten bleiben. Zu dem Projekt erscheint jedes Jahr eine illustrierte Enzyklopädie mit ethnographischem Charakter. So geht es zum Beispiel um traditionelle Landwirtschaft, Ernährung, Flora und Fauna der Region, in der eine indigene Sprache gesprochen wird.

 

Junge Indigene sollen mit Apps erreicht werden

 

Ein weiteres Projekt mit dem Titel “Lenguas y tradiciones orales de Costa Rica” verwendet dieses Material für die Erstellung von Lehrmitteln und didaktischen Spielen. Mithilfe von Tonaufnahmen können sich junge Indigene mit dem überlieferten Wortschatz vertraut machen. Ganz zeitgemäß werden außerdem Apps für Smartphones entwickelt. Stand anfangs nur ein kleines Budget zur Verfügung, so fließen inzwischen mehr Mittel, auch für die Bezahlung von Linguisten. Mit Unterstützung von Costa Ricas Bildungsministerium sollen Lehrer ausgebildet werden, die in den sieben indigenen Sprachen des Landes unterrichten können. Neben diesen praktischen Aspekten geht es ganz allgemein um eine Aufwertung indigener Kultur in all ihrer Vielfalt. Eine digitale Plattform vereint Bücher, Liedersammlungen, Ton- und Bilddokumente, Wörterbücher und didaktisches Material in den verschiedenen indigenen Sprachen. (bs)