Chile |

Preis für Journalistin Münica Gonzülez Mujica

Die UNESCO verleiht am 3. Mai 2010 im australischen Brisbane der chilenischen Journalisten Mónica González Mujica den UNESCO/Guillermo-Cano-Preis für Pressefreiheit. González hatte trotz Bedrohungen und Inhaftierung über die Menschenrechtsverletzungen während der Pinochet-Diktatur berichtet. "Die Preisträgerin hat jahrelang unter schwersten Bedingungen die Pressefreiheit verteidigt", sagte UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokowa. Die UNESCO vergibt den Preis seit 1997 jährlich am Welttag der Pressefreiheit.
González war 1973 nach dem Militärputsch ins Exil gegangen, kehrte 1978 aber nach Chile zurück. In ihrer Berichterstattung kritisierte sie Menschenrechtsverletzungen und undurchsichtige finanzielle Transaktionen des General Pinochet und seiner Familie. Dafür wurde sie 1984 und 1985 inhaftiert und misshandelt, weitere Gefängnisaufenthalte folgten. Die 1949 geborene Journalistin setzte jedoch ihre investigative Berichterstattung fort und publizierte weiter über die Verbrechen der Militärdiktatur Pinochet.
"Mónica González Mujica hat bei der Berichterstattung über Chiles dunkle Seiten großen Mut bewiesen. Sie verkörpert damit den Geist des Preises", sagte Joe Thloloe, Jury-Präsident und Presse-Ombudsmann in Südafrika. "Als Leiterin eines Zentrums für Journalismus und Investigation in Santiago de Chile gibt sie heute ihre Erfahrung an die jüngere Generation weiter." Eine Jury aus 12 Journalisten hat Gonzalez für den UNESCO/Guillermo-Cano-Preis für Pressefreiheit ausgewählt.
Nach UNESCO-Angaben kamen 2009 weltweit mindestens 77 Journalisten bei der Ausübung ihres Berufs ums Leben. Zu einem Großteil arbeiteten diese Journalisten nicht in Kriegsgebieten, sondern berichteten über lokale Ereignisse in ihren Ländern. Die UNESCO sieht jedoch weltweit Fortschritte bei der Pressefreiheit. Immer mehr Länder verabschieden Gesetze zur Informationsfreiheit, die eingeklagt werden können. Gleichzeitig eröffnet der wachsende Zugang zu neuen Medien neue Informationsmöglichkeiten.
Die UNESCO vergibt den UNESCO/Guillermo-Cano-Preis seit 1997 jährlich am Welttag der Pressefreiheit. Preisträger der vergangenen Jahre waren unter anderem die ermordete russische Journalistin Anna Politkowskaja, der ermordete srilankische Journalist Lasantha Wickrematunge und die mexikanische Reporterin Lydia Cacho Ribeiro. Die Auszeichnung erinnert an den kolumbianischen Journalisten Guillermo Cano, der 1987 ermordet wurde. Der Preis ist mit 25.000 US-Dollar dotiert.
Der Welttag der Pressefreiheit findet seit 1993 jedes Jahr am 3. Mai statt. Er erinnert an die "Erklärung von Windhoek", die 1991 von der UNESCO verabschiedet wurde. Die Erklärung betont die Rolle einer unabhängigen, freien und pluralistischen Presse für Demokratie und Meinungsfreiheit. Die UNESCO verfügt als einzige UN-Organisation über das Mandat, das Menschenrecht auf Meinungs- und Pressefreiheit zu schützen.