Kolumbien |

Preis "Antonio Narino" für Opfer von Tumaco

Mit der Übergabe des Menschrechtspreises "Antonio Narino" haben die Botschafter Frankreichs und Deutschlands an die Opfer von Menschenrechtsverbrechen in der südkolumbianischen Stadt Tumaco erinnert. Die Würdigung galt auch der vor gut zwölf Jahren ermordeten katholischen Ordensschwester Yolanda Ceron, die sich für die Versöhnung und ein friedliches Miteinander in Tumaco eingesetzt hatte. Die Leiterin der Sozialpastoral der Diözese Tumaco im Südwesten Kolumbiens war am 19. September vor der Kirche "Nuestra Señora de la Merced" von Angehörigen paramilitärischer Einheiten erschossen worden.

"Trotz der Schwierigkeiten gibt es viele Anstrengungen den negativen Prozess umzukehren und das muss man anerkennen", sagte der französische Botschafter Jean-Marc Laforet der Tageszeitung El Tiempo (20. März).
Das soziale Vertrauen wieder aufzubauen sei eine wichtige Aufgabe und nur sehr schwierig wieder zu erreichen, erklärte der deutsche Botschafter Günther Kniess in der gleichen Zeitung. Kniess verwies zugleich auf die Probleme einer konstante Verletzung der Menschenrechte und massiver Verbreibung.

Die Hafenstadt der Provinz Narino wurde in den vergangenen Jahren immer wieder Schauplatz von Gewaltverbrechen. Im August 2009 verübten Unbekannte ein Massaker an zwölf Ureinwohner vom Volk der Awá. Unter den Opfern waren auch vier Kinder. Im Februar 2012 explodierte vor einem Polizeirevier eine Bombe und tötete sieben Menschen. Die Region gilt als einer der Schlüsselgebiete für den Drogenhandel. Rechtsgerichtete paramilitärische Banden und linke Guerilla-Gruppen liefern sich immer wieder Kämpfe mit der regulären Armee oder untereinander. (TK)

 

Adveniat unterstützt mehrere Projekte in der Diözese, unter anderem die Sozialpastoral, die Begleitung von Basisgemeinden, die Kinder- und Jugendpastoral sowie die Renovierung und den Ausbau des "Centro de la Memoria", das für die Opfer errichtet wurde.