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Präsidentenbruder in USA angeklagt

Der Bruder von Präsident Hernández ist in den USA wegen Drogenhandels angeklagt. In Honduras finden Proteste gegen den Präsidenten statt. Die Demonstranten fordern seinen Rücktritt.

Präsident Juan Orlando Hernández (Foto: Presidencia El Salvador, Flickr, CC0 1.0)

Der Bruder von Präsident Juan Orlando Hernández muss sich in den Vereinigten Staaten von Amerika vor Gericht wegen Drogenhandels und anderer Straftaten verantworten. Juan Antonio "Tony" Hernández sei vom Distriktgericht Manhattan im US-Bundesstaat New York wegen des Schmuggels von Drogen, illegalem Besitz schwerer Waffen und Sprengstoff sowie Falschaussagen gegenüber der Polizei angeklagt, berichtet CNN Español.

Hernández, der auch im Kongress von Honduras einen Parlamentssitz inne hatte, war am 23. November 2018 im US-Bundesstaat Florida in Miami festgenommen worden. Im vergangenen Jahr hatte der Drogenmafiosi Devis Leonel Rivera Maradiaga, der in den USA im Gefängnis sitzt, ausgesagt, er habe sich mit dem Präsidentenbruder zur Zahlung von Drogengeldern mehrfach getroffen. 2015 hatte sich Maradiaga den US-Behörden gestellt und im Tausch gegen Kronzeugenaussagen Strafnachlass erhalten.

Honduras amtierender Präsident Hernández erklärte zum Fall seines Bruders, dass „niemand über dem Gesetz steht“. Seinem Bruder habe er geraten, sich den Behörden zu stellen und seine Version zu präsentieren. Er glaube aber nicht an die Schuld seines Bruders, „wir wurden nicht so erzogen“. Ob die Verhaftung in den USA in Zusammenhang mit der Empfehlung des konservativen Staatschefs an seinen Bruder steht, ist Medienberichten zufolge bisher nicht klar. (bb)

Rücktritt vom Präsidenten gefordert

Auch in seinem Land steht der Präsident in der Kritik: Polizeikräfte haben eine Demonstration gegen Präsident Juan Orlando Hernandez mit Tränengas und Wasserwerfen aufgelöst. Rund 1.000 Studenten verlangten (Mittwoch Ortszeit) in der Hauptstadt Tegucigalpa den Rücktritt des Präsidenten. Die linke Opposition wirft ihm Betrug bei seiner Wiederwahl vor einem Jahr vor. Die Vereinten Nationen versuchen, zwischen den beiden Lagern zu vermitteln. Erst zu Wochenbeginn hatte Orlando Hernandez den Einsatz von Tränengas durch US-Grenzbeamte kritisiert. Die hatten versucht, eine Stürmung der Grenze im mexikanischen Tijuana durch Migranten aus Honduras zu stoppen. (KNA)

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