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Präsident will Rechte indigener Völker in Verfassung festschreiben

Chiles Präsident Sebastian Pinera will nach chilenischen Medienberichten die Anerkennung der Rechte der indigenen Ureinwohner in der Verfassung festschreiben. "Ich habe entschieden, der Anerkennung der indigenen Völker in der Verfassung maximale Priorität und Dringlichkeit einzuräumen", zitiert die Tageszeitung La Tercera den konservative Regierungschef. Pinera kündigte die Schaffung eines Rates der indigenen Völker an, der die Tradition und Kultur der Ureinwohner repräsentiere. Ziel dieser Institution sei es, dass alle indigenen Völker Chiles künftig ihre Stimme laut und deutlich erheben und somit Einfluss auf ihre Zukunft nehmen könnten. Pinera räumte zugleich ein, dass das südamerikanische Land in der Vergangenheit einen „unentschuldbaren Rückstand in der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung“ in den indigenen Regionen La Araucania und Biobio zugelassen habe.

Erst vor wenigen Tagen hatte eine Versammlung von Mapuche-Gemeinden auf dem Berg Nielol vom chilenischen Staat eine Entschuldigung sowie Entschädigungszahlungen für die in den letzten 130 Jahren begangenen Vergehen gegen die Mapuche-Kultur gefordert und eine autonome Regierung ausgerufen. Pinera war dem Treffen trotz Einladung ferngeblieben, hatte aber die Gouverneure der Provinzen Malleco und Cautin als Beobachter zu dem Treffen entsandt. Am Montag nahmen Regierungsvertreter an einem weiteren Treffen mit gemäßigten Mapuche-Führern teil.

Die jüngsten Unruhen zwischen Staat und Ureinwohner hatte in den vergangenen Wochen zugenommen, nachdem zu Jahresbeginn die Wohnung von einem Landbesitzerpaar angegriffen und die beiden Bewohner dabei ums Leben kamen. Die Attentäter sollen laut offiziellen Angaben Mapuche gewesen sein.

Quelle: KNA