Kolumbien |

Präsident Santos will weiter gegen Rebellen vorgehen

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos will die Militäroffensive gegen Rebellengruppen des Landes fortsetzen. Trotz der derzeit im kubanischen Havanna laufenden Friedensgespräche mit der FARC-Guerilla greife die Armee an, bis eine Einigung erzielt sei, sagte Santos kolumbianischen Medienvertretern am Sonntag, 24. November (Ortszeit). Um weitere Tote zu verhindern, müssten die Friedensverhandlungen zügiger vorankommen.

Am Sonntagmorgen hatte das kolumbianische Militär bei einem Luftangriff im Nordosten des Landes zehn Mitglieder der ELN-Guerilla getötet. Während die Regierung seit mehr als einem Jahr im kubanischen Havanna mit den FARC über ein Ende des fast 50-jährigen Konfliktes verhandelt, laufen mit der zweitgrößten Rebellengruppe ELN noch keine Friedensgespräche. Führende ELN-Kommandanten signalisierten wiederholt ihre Bereitschaft zu Verhandlungen mit der Regierung.

Die marxistisch orientierte ELN wurde in den 60er Jahren von Studenten gegründet. Sie eiferten den kubanischen Revolutionären um Fidel Castro nach. Vor allem die Armut war Triebfeder der Kämpfer. In den kommenden Jahren traten zahlreiche kolumbianische Befreiungstheologen der Organisation bei, darunter der prominente Priester Camilo Torres. Von ihm überliefert ist mit Blick auf die bis heute seltene Kooperation von Christen und Marxisten der Satz: "Warum sollen wir streiten, ob die Seele sterblich oder unsterblich ist, wenn wir beide wissen, dass Hunger tödlich ist." Torres starb im Februar 1966 bei Kämpfen mit Regierungstruppen.

Quelle: KNA