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Präsident Obrador will Rentenalter für Indigene senken

Indigene Frau in Mexiko Stadt. Foto: Deselaers/ Adveniat

Mexikos linker Präsident Andrés Manuel López Obrador hat seine Pläne verteidigt, das Renteneintrittsalter für indigene Staatsbürger von bisher 68 Jahren auf 65 Jahre zu senken, so die Nachrichtenagentur AP. Die Opposition erwidert: „Nur eine zutiefst rassistische Regierung würde ein Sozialprogramm aufstellen, in dem die Hilfe nach der Herkunft der Menschen bemessen wird“, so Julen Rementeria, Senatorin von der konservativen „Nationalen Aktionspartei“ auf Twitter.

„Wenn es rassistisch ist, bevorzugt indigenen Völkern Beachtung zu schenken, setzen Sie mich auf die Liste“, entgegnete Obrador seinen Kritikern. Indigene Mexikanerinnen und Mexikaner seien häufig in einem gesundheitlich schlechteren Zustand als Nicht-Indigene, besonders auf dem Land, so die Argumentation des Staatschefs. Obrador zufolge soll die Verfassung dahingehend geändert werden, dass indigenen Rentnern die Rente ab 65 Jahren als Grundrecht garantiert wird.

Berechnungen des Nationalen Indigeneninstituts (INI) aus dem Jahr 2012 zufolge leben in Mexiko zwischen 11 und 15 Millionen Menschen indigener Herkunft. Sie unterteilen sich in 56 ethnische Gruppen. Die Armutsrate unter Indigenen ist auch in Mexiko um ein Vielfaches höher als bei Nicht-Indigenen. Berechnungen des Nationalen Instituts für Sozialpolitik (Coneval) lebten 2018 über 70 Prozent der indigenen Bevölkerung in Armut. 3,2 Millionen Indigene können ihren täglichen Nahrungsmittelbedarf nicht decken und leben in extremer Armut. (bb)

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