Bolivien |

Präsident eröffnet Satellitenstation

Boliviens Präsident Evo Morales hat am Montag, den 2. Dezember, die erste Satellitenstation des Andenlandes eröffnet. Die Anlage in der Millionen-Stadt El Alto vor den Toren des Regierungssitzes La Paz soll Boliviens ersten Satelliten im Weltall steuern. Der Satellit "Túpac Katari", benannt nach einem hingerichteten indigenen Rebellenführer zu Zeiten der Spanischen Kolonialherrschaft, wird Ende 2013 in den Orbit geschossen, so lokale Medien.

"Wir sind keine Großmacht, aber wir haben uns mit viel Kraftanstrengung selber aufgerichtet", erklärte Boliviens Präsident bei der feierlichen Einweihung des Komplexes "Bodenstation Amachuma". Bolivien habe endlich einen eigenen Kommunikationssatelliten, Hochtechnologie sei "nicht nur für Großmächte, sondern auch für progressive Länder wie das unsrige", so Morales. Ab 2014 wird der Erdtrabant voll funktionstüchtig sein.

Nach seinem Abschuss im Dezember durch die chinesische Weltraumbehörde würde der Satellit von der Station in El Alto aus "von Bolivianern gesteuert". Das Gerät für Telekommunikation, TV, Radio und Geoanalyse wird von insgesamt zwei Kontrollzentren aus bedient, eine in El Alto, die andere in der Amazonasregion Santa Cruz. Die Daten werden von Boliviens Weltraumbehörde ABE verwaltet. Die Kosten von insgesamt 320 Millionen US-Dollar werden anteilig von der chinesischen Entwicklungsbank und dem bolivianischen Staat geschultert. (bb)