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Prälat Klaschka: Keine schnelle Lösung für Priestermangel

Lima, 16. Januar 2013. Adveniat-Geschäftsführer Bernd Klaschka glaubt nicht an eine Entsendung lateinamerikanischer Priester nach Deutschland zum Ausgleich des Priestermangels. Noch immer gebe es in Deutschland mehr katholische Geistliche als in Lateinamerika, sagte der Geschäftsführer des bischöflichen Lateinamerika-Hilfswerks auf Anfrage am Mittwoch in Lima. Eine Umkehrung der Missionsrichtung sei momentan „keine Perspektive“.

Klaschka nimmt derzeit an einem Treffen von 59 deutschen und Schweizer Seelsorgern in der peruanischen Hauptstadt teil. Insgesamt sind in ganz Lateinamerika nach Angaben von Adveniat 160 Priester aus Deutschland als Missionare tätig. Seit über zwei Jahrzehnten entsenden deutsche Bistümer auch Pastoral- und Gemeindereferentinnen zur Seelsorge in südamerikanische Länder.

Die Entsendung europäischer Priester nach Afrika, Asien und Südamerika in den vergangenen Jahrzehnten geht auf den Aufruf von Papst Pius XII. in der Missionsenzyklika „Fidei donum“ („Geschenk des Glaubens“) von 1957 zurück. Die betreffenden Missionare werden deshalb auch „Fidei-Donum-Priester“ genannt.

Die Geistlichen aus Europa seien „dort im Einsatz, wo es wirklich brennt“, sagte Klaschka. Er war selbst zeitweise Fidei-Donum-Priester in Mexiko und betreut heute die deutschen Missionspriester in ganz Lateinamerika. Trotz des Priestermangels in Deutschland sei der Seelsorger-Austausch eine Einbahnstraße geblieben. Nur sehr beschränkt arbeiteten lateinamerikanische Priester als Fidei-Donum-Priester in deutschen Gemeinden, so Klaschka. (KNA)