Brasilien |

Polizistin bei Attentat in Favela getötet

Bei einem Anschlag auf die Befriedungstruppe der Polizei in einer Favela von Rio de Janeiro ist am Abend des 23. Juli eine Polizistin getötet worden. Unbekannte eröffneten Medienberichten zufolge das Feuer gegen das Hauptquartier der Truppe in der Favela "Complexo do Alemao". Dabei setzten sie Gewehre vom Kaliber 7,62 sowie eine Handgranate ein. Es ist das erste Mal, dass bei den Befriedungseinsätzen in den Armensiedlungen von Rio eine weibliche Angehörige der Polizeikräfte getötet wurde; 2012 wurde bereits ein Polizist in der Favela Rocinha erschossen.

Seit 2008 besetzt die Landesregierung Zug um Zug strategisch wichtige Favelas, um den regierenden Drogenbanden das Kommando über die Region zu entreißen. Erst vor wenigen Wochen wurden im "Complexo do Alemao" drei Befriedungsstützpunkte (UPP) eingerichtet.

Seit der Erstürmung der einstigen Hochburg des Drogenhandels Ende 2010 durch das Militär und durch Spezialeinheiten der Polizei hatten gut 2.000 Soldaten die Favela besetzt gehalten. Gerüchte über vom Drogenhandel korrumpierte Soldaten und Polizisten, die den Banditen die Fortsetzung des Drogenhandels ermöglichen sollten, gehen häufig durch die Medien. Die Sicherheitsbehörden von Rio haben eine Spezialeinheit mit 200 Personen auf die Suche nach den unbekannten Angreifern gesetzt.

Quelle: KNA