Nicaragua |

Polizei verhindert Protestmarsch

"Ortega und Murillo – Mörder“, ein Plakat auf einer Demonstration am 28. Juli 2018 in Managua zur Unterstützung der Bischöfe Nicaraguas. (Foto: Dr. Klaus Ehringfeld/Adveniat)

Vor genau einem Jahr haben in Nicaragua die Proteste gegen die Regierung Daniel Ortegas begonnen. Große Teile der Bevölkerung fordern seitdem Neuwahlen und werfen Ortega sowie seiner Ehefrau die Etablierung eines autokratischen Systems vor. Ortega jedoch weigert sich zurückzutreten. Zahlreiche Verhandlungsrunden, auch mit der katholischen Kirche als Vermittler, sind inzwischen gescheitert.

Um den Druck auf das nicaraguanische Staatsoberhaupt zu erhöhen, hatten unterschiedliche soziale Organisationen für Mittwoch, 17. April 2019, erneut Proteste in der Hauptstadt Managua angekündigt. Obwohl die Erlaubnis offiziell nicht erfolgte, gingen zahlreiche Menschen auf die Straßen. Augenzeugenberichten zufolge habe dort eine massiv auftretende Polizei einen tatsächlichen Protestmarsch verhindert. Die Einsatzkräfte hätten sowohl Führungspersönlichkeiten aus dem studentischen Umfeld als auch Journalisten umzingelt. „Die Menschen trauen sich kaum aus dem Haus, bei dieser übermächtigen Polizeipräsenz“, sagte beispielsweise Harley Morales gegenüber der Presseagentur AP. Er verdeutlichte jedoch auch, dass die jungen Nicaraguaner sich das Recht auf Protest nicht nehmen lassen wollen. Bisher wurden 300 Menschen getötet und Tausende verletzt.

Krise im Nachbarland

Zehntausende Nicaraguaner fliehen vor der Gewalt und suchen Asyl im wirtschaftlich deutlich besser gestellten Nachbarstaat Costa Rica. Dort sehen sich viele allerdings Diskriminierung und Anfeindungen ausgesetzt. Dies berichtete die BBC anlässlich des Jahrestages des Protestbeginns in Nicaragua. Costa Rica gilt als die Schweiz Lateinamerikas und verzeichnet schon seit Jahren eine steigende Zahl Asylsuchender aus dem Norden. (aj)

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