Argentinien |

Polizei tötet vier Jugendliche

Polizeifahrzeuge vor der Casa Rosada in Buenos Aires (Foto: Adveniat/Achim Pohl)
 

Familienangehörige, Freunde, Nachbarn und Bewohner der Stadt San Miguel del Monte in Argentiniens Provinz Buenos Aires haben des Todes vier Jugendlicher gedacht, die durch Polizeigewalt ums Leben gekommen sind. Mit einem Trauermarsch am Donnerstag, dem 23. Mai 2019, erinnerten die Demonstrierenden an drei Minderjährigen und einen 22-jährigen Jugendlichen, die letztes Wochenende von einer Polizeistreife beschossen wurden.

Wie die Tageszeitung „Página12“ aus der Kleinstadt berichtet, hatten Polizisten aus dem fahrenden Wagen heraus auf das Auto der Jugendlichen geschossen. Anschließend verlor der Fahrer die Kontrolle über den Kleinwagen und fuhr mit hoher Geschwindigkeit in einen LKW, der am Straßenrand geparkt war. Beim Crash starben die Klassenkameraden Danilo Saone (13 Jahre), Gonzalo Domínguez (14 Jahre), Camila López (13 Jahre) sowie der Fahrer des Wagens, der 22-jährige Aníbal Suárez, ein Verwandter von einem der Opfer. Nur die 13 Jahre alte Rocío Guagliarello überlebte.

Anfangs hatte die örtliche Polizei versucht, den Fall zu vertuschen und behauptet, die Jugendlichen hätten nicht auf die Anweisungen der Beamten reagiert und die Flucht ergriffen. Den Tatort hatten die Polizisten binnen weniger Stunden „gereinigt“, keine Krankenwagen für die Unfallopfer gerufen und Falschinformationen über den Tathergang verbreitet. In einem Video einer Überwachungskamera war zu sehen, wie einer der Polizisten aus dem Polizeiwagen auf die Jugendlichen schoss. Bei einer anschließenden Autopsie wurde jedoch zunächst eine, dann mehrere Pistolenkugeln aus Polizeiwaffen in den Körpern der Unfallopfer und im Auto gefunden. Mittlerweile wurden sieben Polizisten verhaftet.

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