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Polizei räumt besetzte Schulen

Der Bürgermeister von Santiago de Chile, Pablo Zalaquett, hat Ende vergangener Woche vier besetzte Gymnasien in der Hauptstadt Santiago de Chile durch die Militärpolizei räumen lassen. Dabei wurden 137 Schüler, die an der Besetzung teilgenommen hatten, festgenommen. Rückhalt erhielt die Polizei vom chilenischen Innenminister Hinzpeter. Nur so könne das Funktionieren der Schulen gewährleistet werden. Die Besetzung von Gymnasien in Santiago ist Teil der Protestbewegung von Studenten und Schülern, die von der Regierung ein öffentliches Bildungssystem fordern, das kostenlos, qualitativ hochwertig und allen Chilenen zugänglich ist.

Laut des chilenischen Nachrichtenportals biobiochile.cl hat sich am Sonntag, 20. August, Erzbischof Ricardo Ezzati bei einem Gottesdienst in der Kathedrale von Santiago zu dem Konflikt geäußert. Er sei für eine Reform des Bildungssystems. Die Regierung solle den Dialog voranbringen. Die Schüler rief er zu mehr Geduld und zum Nachdenken über die Methoden des Protests auf.

Protestler geben nicht auf

Zu Beginn der letzten Woche hat der Studierendenverband der chilenischen Universitäten (Confech) angekündigt, die Proteste weiter zu intensivieren bis die Regierung des südamerikanischen Landes einlenkt. Bereits seit dem Mai 2011 gehen Studenten und Schüler immer wieder zu Tausenden auf die Straße, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Bisher sind die Verhandlungen zwischen der Regierung von Präsident Sebastian Piñera und den Vertretern des Confech immer wieder an der Bedingung des kostenlosen Zugangs zu höherer Bildung gescheitert. Darauf will Piñera sich nicht einlassen.

Laut des chilenischen Fernsehsenders Telesur weitet sich die Bewegung immer weiter aus. Während die Gymnasien in Santiago geräumt wurden, haben Schüler an anderen Orten weitere Schulen besetzt.

Autorin: Anna-Maria Jeske