Brasilien |

Polizei besetzt Favelas rund um Christus Statue

Die Militärpolizei Rio de Janeiros hat in den frühen Morgenstunden des 29. April drei Favelas am Fuße der Christus-Statue befriedet. Nach Angaben der Behörden konnten die rund 400 Polizisten die drei Viertel Cerro-Corá, Guararapes und Vila Cándido innerhalb von einer halben Stunde besetzen. Es habe keinerlei Gegenwehr gegeben und es wurde kein einziger Schuss abgefeuert, berichtete die Polizei im Nachhinein. In den Favelas leben insgesamt 3.000 Menschen. Kolonel Frederico Caldas gab an, dass es Anzeichen dafür gab, dass sich in den Favelas Drogenhändler versteckt hielten. Caldas zufolge wird in einem Monat eine 190-Mann starke Spezialeinheit am Cerro Cora stationiert, um die Sicherheit zu garantieren.

Papst Franziskus zum Weltjugendtag erwartet

Internationalen Medien zufolge wurden die Favelas zu diesem Zeitpunkt auch befriedet, da Papst Franziskus zum Weltjugendtag zwischen dem 23. Und 28. Juli in Rio erwartet wird. Zwar sei der Zeitplan des Papstes noch nicht genau bekannt, es wird jedoch damit gerechnet, dass er die Statue auf dem Cerro de Corvocado besichtigen wird. Da der Papst aus Lateinamerika ist, gehen die Organisatoren von einer weitaus höheren Teilnahme am Weltjugendtag aus, als bisher erwartet. Sie rechnen mit 2,5 Millionen Besuchern statt den anfangs kalkulierten zwei Millionen. Auch aus diesem Grund sei es wichtig, eine der Hauptattraktionen Rios sicherer zu machen.

Die Besetzung der Favelas rund um den Cerro de Corvocado ist außerdem Teil einer langfristig angelegten Sicherheitsstrategie. Seit 2008 bringt die Regierung Rios mehr und mehr Favelas unter ihre Kontrolle, um so die Stadt für die Fußballweltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele im Jahr 2016 sicherer zu machen. Die Spezialeinheit am Cerro Cora ist die zweiunddreißigste, die in einer Favela stationiert wird. Bis 2014 sollen 12.500 Polizisten in 40 Favelas für Sicherheit sorgen. (aj)