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Polizei besetzt Drogenviertel im Zentrum Sao Paulos

Die Polizei in Brasiliens größter Stadt Sao Paulo hat eine Operation zur Bekämpfung der Drogenkriminalität gestartet. Mehrere hundert Polizisten besetzten am Dienstag das als "Cracolandia" bekannte Stadtviertel im Zentrum Sao Paulos, auf dessen Straßen tausende Drogensüchtige leben. Ärzte und Sozialarbeiter sollen in den kommenden Tagen die Betreuung der Drogensüchtigen übernehmen, wie Zeitungen am Mittwoch berichteten.

Seit den 80er Jahren ist das Stadtviertel der Hauptumschlagplatz für Drogen in der Millionenstadt. Zahlreiche Aktionen der Stadtverwaltung, die Süchtigen aus dem Viertel zu vertreiben, schlugen fehl. Nachdem es in den letzten Monaten zu einem Anstieg von Überfällen gekommen war, startete die Polizei nun einen neuen Versuch, das Viertel unter ihre Kontrolle zu bringen.

Bei dem Polizeieinsatz wurden laut Medienberichten zwei Drogendealer und ein von der Polizei gesuchter Krimineller festgenommen. Ein Polizeikontingent von 100 Mann soll das Viertel den Angaben zufolge noch bis Ende Januar besetzt halten, um die Arbeit von Ärzten und Sozialarbeitern abzusichern. Die Stadtverwaltung nutzte unterdessen die Polizeipräsenz, um acht Tonnen Müll von den Straßen des Viertels zu räumen.

Quelle: KNA