Peru |

Pluspetrol soll 7,2 Mio. US-Dollar wegen Umweltschäden zahlen

Die für Umweltfragen zuständige Staatsanwaltschaft OEFA hat gestern gegen den Erdölkonzern Pluspetrol Norte S.A. eine Strafte von umgerechnet 7,2 Mio. US-Dollar wegen Umweltschäden am See (Laguna) Shanshococha im Department Loreto verhängt. Pluspetrol habe das Wasser des in der Amazonasregion gelegenen Sees verschmutzt und dann den kompletten, rund 2.800 Quadratmeter großen See beseitigt, wodurch ein ganzes ökosystem verloren gegangen sei. Außerdem habe der Erdölkonzern seine Informationspflichten verletzt, heißt es in einer Erklärung der OEFA.

Pluspetrol bestreitet die Vorwürfe und hat angekündigt, in Revision zu gehen. Die Verschmutzung sei nicht von Pluspetrol sondern von einem Vorgängerunternehmen verursacht worden, und das Abtragen des Sees sei Teil einer Wiederherstellungsmaßnahme, die im Oktober 2012 begonnen worden sei, erklärt der Konzern in einer Pressemitteilung. Pluspetrol habe mit diesem Schritt auf die wiederholten Forderungen der Gemeinde Nuevo Andoas reagiert, Umweltschutzmaßnahmen zu ergreifen.

Ministerium erklärte „Umweltnotstand“ für Lote 1 AB

Die OEFA hat Pluspetrol auch dazu verpflichtet, einen Ersatz für das zerstörte ökosystem auf der Gemarkung Lote 1 AB im Flussgebiet des Rio Pastaza zu schaffen, in dem sich Gemeinden der indigenen Quechua befinden. Im März dieses Jahres hatte das peruanische Umweltministerium nach einer Evaluation des Flussgebiets den „Umweltnotstand“ für die Gemarkung ausgerufen, da das Gebiet hochgradig mit Erdöl und Schwermetallen verseucht ist.

Die Verschmutzung war im vergangenen Jahr vom lokalen Indigenenverband FEDIQUEP angezeigt worden. Daraufhin reiste eine Umweltkommission in die Region, Untersuchungen bestätigten die Umweltverschmutzung. Im November des vergangenen Jahres verschwand der kontaminierte See. Die Kommission beschuldigt Pluspetrol, weder über die Kontaminierung von Shanshococha noch über die Beseitigung des Sees informiert zu haben. (bh)