Chile |

Pi?„era will auf Mapuche zugehen

In Chile spitzt sich der Konflikt zwischen den Mapuche und der Regierung von Staatspräsident Sebastián Piñera weiter zu. Am Rande des Gedenktages des Putsches von Diktator Augusto Pinochet kam es zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Dabei sollen mindestens 13 Menschen, darunter neun Polizisten, verletzt worden sein. Die Demonstranten bekundeten ihre Sympathie für die 34 hungerstreikenden Häftlinge des Mapuche-Volkes. Unterdessen versprach Piñera am Montag für "einen tiefgründigen und friedlichen Dialog" mit den Mapuche-Häftlingen bereit zu stehen, die sich seit 65 Tagen im Hungerstreik befinden. Zugleich rief Piñera dazu auf, die "Attentate gegen das eigene Leben" zu beenden. Am Montag bat die Regierung den Erzbischof von Concepción, Ricardo Ezzati, als Vermittler in dem Konflikt zu fungiereren.

Mehr als 100 Mapuche sitzen derzeit wegen eines umstrittenen Antiterrorgesetzes in chilenischen Gefängnissen. Das Gesetz stammt aus der Zeit der Militärdiktatur von Augusto Pinochet (1973 bis 1990). Den inhaftierten Mapuche-Indianern wird unter anderem versuchter die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Gewalt gegen die Polizei, Brandstiftung und Holzdiebstahl vorgeworfen. Die Mapuche bestreiten diese Vorwürfe energisch und betrachten sich als politische Gefangene. (tk)