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Phonothek zur Bewahrung indigener Sprachen

Viele indigene Sprachen in Hispanoamerika werden nur noch von sehr kleinen Gruppen gesprochen und drohen aufgrund der Dominanz des Spanischen auszusterben. Um dieses wertvolle kulturelle Erbe zu bewahren, hat die Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM) in Mexiko-Stadt eine Phonothek eingerichtet. Diese enthält bereits über 800 Tonaufnahmen der 300 indigenen Sprachen und Dialekte, die sich auf Mexiko verteilen. UNAM-Forscher Samuel Herrera zufolge werden einige der Sprachen nur noch von zwei oder drei Personen gesprochen. Das Archiv enthält auch Videoaufnahmen. Es geht nicht nur um linguistische Informationen, sondern auch um historisches und anthropologisches Wissen über Mexikos Indigene.

Sogar Quechua vom Aussterben bedroht

In Bolivien haben indessen indigene Aktivisten Mitte Juli dem Parlament sowie Vizepräsident Álvaro García Linera ein Gesetzesprojekt vorgestellt, das den Erhalt der indigenen Sprachen sicherstellen soll, vor allem aber, dass diese in den Schulen unterrichtet werden. Im März hatte die UNESCO einen Atlas auf der ganzen Welt vom Aussterben bedrohter Sprachen vorgestellt. Demnach ist mit dem Quechua sogar die in Südamerika meist gesprochene indigene Sprache gefährdet, desweiteren unter anderem das in Argentinien und Chile verbreitete Mapuche und Dutzende von Sprachen, die im Amazonasbecken beheimatet sind. (bs)