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Petrobras stellt Arbeiten auf Lote 117 ein

Der brasilianische Erdölkonzern Petrobras hat erklärt, die Erkundungsarbeiten für ein im Amazonasgebiet liegendes Erdölfeld, das sich unter anderem auch auf den Nationalpark Güeppí-Sekime erstreckt, einzustellen. Das Gebiet des Abschnitts Lote 117 liegt im Departement Loreto und überschneidet sich auch mit den kommunalen Schutzgebieten Huimeki und Airo Pai.

Indigene bezeichnen Entscheidung als „Sieg“ ihres Widerstandes

Die in dieser Region lebenden Indigenen der Völker Kichwa, Secoya und Huitoto bezeichneten den Rückzug des Erdölkonzerns in einer Erklärung als „Sieg“ ihres Widerstandes gegen die Exploration. Die lokale Kichwa-Föderation der Region Alto Putumayo Inti Runa (FIKAPIR) und die Organisation der Secoya in Peru (OISPE) unterstrichen in einer gemeinsamen Erklärung, dieser Schritt von Petrobras sei Ergebnis „der Standhaftigkeit unserer Völker und Vertreter, die den Beginn der Arbeiten nie akzeptierten“.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Servindi habe Petrobras jedoch erklärt, aufgrund der Ergebnisse von geologischen und geophysischen Studien das Interesse an dem Gebiet Lote 117 verloren zu haben. Dem brasilianischen Staatskonzern war im Mai 2006 eine Konzession für die Erkundung und Ausbeutung des Gebiets erteilt worden, ohne dass dabei indigene Rechte, wie die vorherige Konsultation gemäß der ILO-Konvention 169 gewahrt worden waren.

Rund 550.000 Hektar Naturschutzgebiet

Die Gebiete Güeppí-Sekime, Huimeki und Airo Pai sind erst im vorigen Jahr zu Landesweiten Schutzgebieten (ANP) erklärt worden, so das Umweltministerium. Die indigenen Bewohner der Region begannen vor 16 Jahren dafür zu kämpfen, dass die Territorien zu Schutzgebieten erklärt werden.

“Es gibt keinen Weg, irgendeine Art des Miteinanders zwischen einem indirekt genutzten Nationalpark und einem Erdölfördergebiet zu entwickeln“, hatte César Gamboa, Anwalt bei der renommierten Umweltschutzorganisation DAR im Februar 2013 gegenüber der peruanischen Zeitung „El Comercio“ erklärt.

Die jeweils rund 200.000 Hektar großen Gebiete Güeppí-Sekime und Airo Pai liegen an der Grenze zu Ecuador, das rund 140.000 Hektar große Schutzgebiet Huimeki erstreckt sich bis zur kolumbianisch-peruanischen Grenze. In den wasserreichen und immer wieder überschwemmten Tiefebenen der Schutzgebiete befinden sich rund 30 indigene Siedlungen. Dort leben Tierarten wie das Manati, der Paiche-Fisch, Ameisenbären, Jaguare und viele endemische Vogelarten. (bh)