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Peruanisches Gericht verbietet Erdöl-Förderung in Gebiet isolierter Völker

Symoblbild: indigene in Wijint, Loreto in Peru. Foto: Martin Steffen/ Adveniat

Ein peruanisches Gericht hat den Staat zu mehr Schutz von Gebieten im Amazonasgebiet verpflichtet, in denen indigene Völker abgeschieden leben. Künftig dürfen Erdölfirmen in den Lebensräumen von drei indigenen Gemeinden weder Öl suchen noch fördern, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch, 22. Januar 2020.

Bei den Gebieten handelt es sich um den Nationalpark "Sierra del Divisor" an der peruanisch-brasilianischen Grenze. Bereits erteilte Förderlizenzen durch Staat und die staatliche Erdölfirma "Perúpetro" müssen suspendiert werden. "Dieses Urteil ist historisch, weil es das erste zugunsten von isoliert lebenden Völkern gegen Erdölfirmen ist", zitiert Reuters Maritza Quispe, Anwältin der Nichtregierungsorganisation "Institut für legale Verteidigung" (IDL).   

Das Urteil beruht auf einer Klage der "Regionalorganisation Indigener Völker im Osten Perus", die die Klage 2017 eingereicht hatte. Für fast 98 Prozent der indigenen Territorien, in denen Menschen in freiwilliger Isolation leben, wurden Erdöllizenzen vergeben, sagte die Verteidigerin der Kläger über die Bedeutung des Urteils. 2018 und 2019 hat der peruanische Staat die Gebiete der isolierten Indigenen offiziell anerkannt. Isolierte Völker ist ein Sammelbegriff für ethnische Gruppen, die bislang keinen oder nur geringfügigen Kontakt mit der Mehrheitsbevölkerung eines Landes haben. (bb)

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