Bolivien, Peru |

Peru ermöglicht Meereszugang für Bolivien

Das Binnenland Bolivien kann weiter mit einem Meereszugang nahe der peruanischen Stadt Ilo an der Pazifikküste rechnen. Zu Wochenbeginn ratifizierte der Ausschuss für Außenpolitik im peruanischen Kongress ein Abkommen zwischen beiden Nachbarländern, das die Präsidenten der Nachbarländer bereits im Jahr 1992 geschlossen hatten, vermeldete die bolivianische Tageszeitung La Razón in ihrer Dienstagsausgabe.

Im bis heute vom peruanischen Gesetzgeber nicht ratifizierten bilateralen „Boliviamar“-Abkommen hatten der damalige Präsident Alberto Fujimori aus Peru und Boliviens Jaime Paz Zamora ein Pachtabkommen über einen Zeitraum von 99 Jahren vereinbart, der immer wieder verlängert werden kann. An der Pazifikküste in den peruanischen Departamentos Tacna und Moquegua soll Bolivien neben einem Landkorridor einen fünf Kilometer langen Küstenstreifen erhalten.

Nun muss nur noch der Kongress der Ratifizierung zustimmen. „Ich glaube diese Entscheidung ist sehr wichtig“, erklärte am Dienstag Perus Ex-Außenminister und „Boliviamar“-Vordenker José Antonio García Belaunde dem peruanischen Blatt Expreso. Bolivien und Peru sind wegen Grenzstreitigkeiten mit Chile vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag gezogen. Boliviens Präsident Evo Morales will die Binnenlage des Andenlandes auch über einen Zugang zum Atlantik über den Río Paraguay überwinden. Seinen letzten Strand verlor die 11-Millionen-Einwohnernation im Salpeterkrieg mit Chile 1883. (bb)

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