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Peña Nieto will Bildungssektor reformieren

Der neue mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto hat am 10. Dezember eine Initiative präsentiert, die eine umfassende Reform des Bildungssektors in dem lateinamerikanischen Land vorsieht. Diese Reform ist eine der Säulen des Regierungsprogrammes, das die Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) zu Beginn des Monats präsentierte. Die Initiative sieht vor, dass mexikanische Lehrer in Zukunft von einem unabhängigen Gremium überprüft werden. So soll sowohl die Besetzung offener Stellen als auch Beförderungen unabhängig vom Einfluss der Lehrergewerkschaft (SNTE) entschieden werden.

Mit diesem Schritt würde Peña Nieto die Macht der SNTE und ihrer Vorsitzenden Elba Esther Gordillo erheblich schwächen. Gordillo, die sich zur SNTE-Präsidentin auf Lebenszeit erklärte, wurde in der Vergangenheit immer wieder dafür kritisiert ein korruptes System etabliert zu haben, welches es ermöglicht Stellen lediglich an loyale Mitglieder der Gewerkschaft zu vergeben. Auch die Erbschaft oder das Kaufen eines Lehrerpostens soll möglich sein.

Die PRI hat Opposition hinter sich

Enrique Peña Nieto betonte bei er Unterzeichnung der Initiative in Mexiko Stadt die Wichtigkeit eines guten Bildungssystems: „Die Basis für eine Transformation Mexikos ist die Bildung“, so der 46-Jährige. Bisher schneidet das nordamerikanische Land in Bildungsvergleichen schlecht ab und die öffentlichen Schulen werden von Experten negativ bewertet. So absolvieren im Durchschnitt von 100 eingeschulten Kindern, lediglich 64 die komplette Grundschule.

Für die neue Initiative hat der Präsident die Unterstützung der beiden Oppositionsparteien Partei der Demokratischen Revolution (PRD) und die Partei der Nationalen Allianz (PAN) hinter sich bringen können. „Es handelt sich um eine wirkliche Revolution des Sektors, der sich zu einer Beute der Gewerkschaften entwickelt hat“, so Jesús Zambrano von der PRD, der das Dokument als Zeuge unterzeichnete, „Diese Clique wurde in den vergangen Dekaden zum größten Hindernis der Bildung“. Auch die Nichtregierungsorganisation Muévete begrüßte die angestrebte Reform und sprach ihr eine umfassende Bedeutung zu. (aj)