Kolumbien |

Paramilitärs begangen 173.183 Morde

In Kolumbien hat die Generalstaatsanwaltschaft nach einem Bericht der Tageszeitung "El Espectador" 173.183 Morde und 34.467 Fälle von verschwundenen Menschen dokumentiert, die rechten paramilitärischen Verbänden zugeordnet werden. Die Ermittlungsbehörde hat zudem 1.597 Massaker von ehemaligen Mitgliedern der "Autodefensas" aufgelistet. Die Verbrechen aus den vergangenen Jahrzehnten konnten nach Aussagen demobilisierter Paramilitärs registriert werden.

Die Registrierung der Verbrechen erfolgt im Rahmen der Aufarbeitung der Verbrechen der Paramilitärs. Die kolumbianische Regierung hatte vor wenigen Jahren das Gesetz "Justicia y Paz" (Gerechtigkeit und Frieden) erlassen. Das Gesetz sieht vor, dass Paramilitärs, die ihre Waffen an den Staat zurückgeben, bei der Aufarbeitung der Verbrechen aktiv und umfassend mitarbeiten und den Opfern einen Schadenersatz leisten, eine geringere Gefängnisstrafe erhalten.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren die vorgesehenen Strafen als zu niedrig und berichten über eine organisierte Wiederbewaffnung von demobilisierten paramilitärischen Verbänden. Zudem seien bislang zu wenig Urteile gegen geständige Paramilitärs gefällt worden. (TK)