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Papst leistet Beitrag zur Autonomie der indigenen Völker Mexikos

Adveniat-Geschäftsführer Klaschka (rechts) im Gespräch mit Carmela Gumez Perez, die dem Volk der Tzotzil angehört. Foto: Peter Deselaers
Adveniat-Geschäftsführer Klaschka (rechts) im Gespräch mit Carmela Gumez Perez, die dem Volk der Tzotzil angehört. Foto: Peter Deselaers

„Die Autorisierung der Übersetzung für die Sakramente in zwei indigene Sprachen durch Papst Franziskus bedeutet eine wichtige Anerkennung für die Menschen im mexikanischen Chiapas.“ Das hat Adveniat-Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka am 9. Oktober in Essen betont. Papst Franziskus hat nach Angaben des Bischofs Felipe Arizmendi Esquivel die Übersetzung der Formeln für die Sakramente der Taufe, der Kommunion und der Firmung in die Sprachen Tzotzil und Tzeltal autorisiert, die damit die ersten indigenen Sprachen Mexikos sind, die eine solche Übersetzungs-Autorisierung aus Rom erhalten haben.

„Die Ureinwohner Mexikos sind vor 500 Jahren in einer fremden Sprache evangelisiert worden und können nun die Sakramente in ihrer eignen Sprache feiern“, sagte Klaschka. Dadurch sei für die Indigenen ein ganz anderer Zugang zum Glauben möglich, was ein wichtiger Schritt im Bezug auf die Inkulturation des christlichen Glaubens sei. „Die Autorisierung des Papstes ist gleichzeitig auch ein Beitrag zur Autonomie der indigenen Völker“, unterstrich der Geschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerkes. Ihre Sprache werde damit von der Kirche als gleichberechtigt angesehen, was in Mexiko nicht selbstverständlich sei, da die Amtssprache Spanisch ist. Für die Kirche selbst bedeute die Autorisierung die Realisierung der Liturgiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils, die den Gebrauch der Muttersprache bei der Sakramentenspendung und in den anderen Bereichen der Liturgie für das Volk als sehr nützlich bezeichnet, sagte Klaschka.

Adveniat unterstützt seit Jahren die Indianermissionszentrale CENAMI in Mexiko und die Jesuitenmission im Bundesstaat Chiapas, die maßgeblich für die Übersetzung der Bibel in die Sprachen der Indigenen vor Ort (hauptsächlich Tzeltales und Tzotziles) verantwortlich ist. Darüber hinaus fördert das Hilfswerk unterschiedliche Projekte in Bischof Arizmendis Diözese San Cristóbal de las Casas, die den Indigenen zugute kommen und auf einer ganzheitlichen Pastoral und der Thología India basieren. Der jetzige Bischof führe laut Klaschka fort, was sein Vorgänger, Samuel Ruiz García, begonnen hatte.