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Papst Franziskus lobt Basisgemeinden: „Wir alle müssen Pilger sein“

Zum 16. Basisgemeindentreffen 2011 in La Paz kamen Hunderte Teilnehmer. Foto: Jürgen Escher
Zum 16. Basisgemeindentreffen 2011 in La Paz kamen Hunderte Teilnehmer. Foto: Jürgen Escher

Rom/Juazeiro do Norte/Essen. Papst Franziskus hat in einem Brief die Bedeutung von Basisgemeinden für die Glaubensverkündigung hervorgehoben. Anlässlich des 13. Treffens der brasilianischen Kirchlichen Basisgemeinden in Juazeiro do Norte, im Bundesstaat Ceará, lobte das Oberhaupt der katholischen Kirche die Arbeit der lateinamerikanischen Laiengruppen: „Die Basisgemeinden bereichern die Evangelisierung mit neuem Eifer und einer besonderen Fähigkeit zum gesellschaftlichen Dialog.“ Noch bis zum 11. Januar wird das Treffen in Brasilien unter dem Thema „Gerechtigkeit und Verkündigung im Dienst des Lebens“ andauern.

Die Comunidades Eclesiales de Base, kurz CEBs, sind kleine kirchliche Gemeinschaften, die sich dadurch auszeichnen, dass sie Gottesdienst, Gebet und geistliches Leben mit gesellschaftlichem Engagement verknüpfen. Die ersten Basisgemeinden entstanden Ende der 1950er Jahre in Brasilien, auch als eine Reaktion auf den Priestermangel. Nah bei den Menschen sein, gemeinsam beten und die Bibel lesen, sich mutig für eine gerechtere Welt einsetzen, an der Seite der Armen gegen Gewalt und Unrecht kämpfen das ist es, was die Basisgemeinden auszeichnet. Seit vielen Jahren unterstützt Adveniat ihre Arbeit. Norbert Bolte, Brasilien-Referent bei Adveniat, nimmt am Treffen der CEBs teil.

Der Papst griff das Motto der Versammlung „Basisgemeinden, die Pilger des Königreichs, auf dem Land und in der Stadt“ auf und appellierte in seinem Brief an die gesamte Kirche: „Wir alle müssen Pilger sein, auf dem Land und in der Stadt, um jedem Mann und jeder Frau die Freude des Evangeliums zu bringen.“ Er bezog sich dabei auf sein im Dezember veröffentlichtes Schreiben „Evangelii Gaudium“.

Im Jahr 2012 standen die Kirchlichen Basisgemeinden im Mittelpunkt der Adveniat-Aktion. Unter dem biblischen Leitwort „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (ein Zitat Jesu, Mt 18,20) hatte das Lateinamerika-Hilfswerk auf das gemeinschaftliche Leben der Basisgemeinden und der daraus vielfach erwachsende soziale und gesellschaftspolitische Einsatz für Arme in Lateinamerika aufmerksam gemacht.
Ein Gast der Jahresaktion war Marcelo Cruz aus Bolivien. Er koordiniert dort gut 60 Basisgemeinden in der Peripherie von La Paz. Auf Spanisch und in der Sprache der Ureinwohner, Aymara, betet er mit den Menschen, oft in kleinen Hütten mit einem improvisierten Altar. Unermüdlich arbeitet Cruz dafür, den Gedanken der Basisgemeinden wieder zu stärken, und mit ihm das Selbstbewusstsein der Indigenen von La Paz und ganz Boliviens. Adveniat unterstützt seine Arbeit bis heute. (Christina Weise)