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Pantanal zunehmend durch Agrargifte verseucht

Agrargifte setzen dem Pantanal, einem einzigartigen Feuchtbiotop in Südamerika, zu. Das weltweit größte Sumpfgebiet liegt überwiegend in Brasilien, kleinere Teile befinden sich in Bolivien und in Paraguay. Die Fläche entspricht etwa derjenigen der Bundesrepublik vor der Wiedervereinigung. „Pantanal“ ist das portugiesische Wort für „Sumpfgebiet“. Wissenschaftler der Universidade Federal do Mato Grosso in der Hauptstadt Cuiabá sowie des agrarwissenschaftlichen Forschungsinstituts Embrapa haben herausgefunden, dass das Pantanal im Bundesstaat Mato Grosso immer stärker durch die Verwendung von Agrargiften verseucht wird. Spuren der Pestizide lassen sich in Flüssen, Lagunen und anderen Wasserquellen nachweisen.

Brasilien verbraucht weltweit das meiste Agrargift

Mato Grosso ist der größte Getreide-Produzent Brasiliens. Mit zunehmendem Anbau steigt auch die Menge der zwecks Schädlingsbekämpfung verwendeten Agrargifte. Mato Gross liegt beim Verbrauch an Agrargiften innerhalb Brasiliens an der Spitze - das Land selbst ist diesbezüglich weltweit die Nummer Eins. Allein im Erntejahr 2010/11 wurden landesweit 936.000 Tonnen Agrargift verbraucht. Gesundheits- und Lebensmittelexperten warnen vor den Folgen für Mensch und Umwelt. Seit 2008 wurden zwar fünf Agrargifte aus dem Verkehr gezogen, einige davon finden allerdings weiterhin illegal Verwendung. (bs)

Quelle: Pulsar