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Panne bei Pluspetrol verseucht Rio Corrientes

Der Fluss Corrientes im peruanischen Department Loreto sei auf einer Länge von 15 bis 20 Kilometern in Höhe der Gemeinden von Villa Trompeteros durch Erdöl verseucht, meldete der Verband indigener Gemeinschaften am Fluss Corrientes FECONACO. Die Bewohner von elf Gemeinden könnten deshalb momentan weder dem Fischfang nachgehen noch das Flusswasser als Trinkwasser nutzen.

Ausmaß der Katastrophe unklar

Ursache sei ein kaputtes Ventil in einem Depot von Pluspetrol gewesen. Das öl sei am 24. September um drei Uhr nachts ausgelaufen. Bewohner der Gemeinden hätten kleine ölteppiche im Fluss entdeckt, so FECONACO. Die Organisation kritisiert, dass auch fünf Tage nach dem Unglück weder Hilfen für die Bewohner noch ein Verantwortlicher vor Ort eingetroffen seien.

Das genaue Ausmaß der Katastrophe ist noch unklar. Nach Angaben von Pluspetrol seien höchstens drei Barrel Erdöl in den Fluss gelaufen, was FECONACO aufgrund der Anwohneraussagen jedoch bezweifelt. Ein Sprecher von Pluspetrol erklärte, die Gemeindevertreter seien rechtzeitig informiert worden. Bereits am Samstag habe man die Situation zudem unter Kontrolle gehabt, zitiert die peruanische Zeitung El Comercio eine Stellungnahme von Pluspetrol.

Mitglieder der staatlichen Ombudsstelle für Bürgerrechte und der Aufsichtsbehörde für Investitionen in Energie und Bergbau OSINERMIG waren am 24. September in der Region unterwegs und sollen auch Pluspetrol aufgesucht haben, um genaue Angaben über das Unglück zu erfahren, so FENACO. Ergebnisse dieser Unterredungen sind jedoch noch nicht bekannt.

FENACO fordert genaue Untersuchung

Die Organisation FECONACO fordert von den Behörden eine genau Untersuchung des Unglücks und die Bestrafung der Verursacher. Allein im Jahr 2009 habe es 16 ölkatastrophen gegeben, zehn von ihnen seien schwerwiegend gewesen, so die Organisation. Im Juni dieses Jahres war ein für Pluspetrol fahrendes Schiff leck geschlagen. Daraufhin flossen ungefähr 300 Barrel Rohöl in die Flusssenke des Río Marañón. Etwa 4.000 Bewohner von Gemeinden am Flussufer waren davon besonders betroffen, da sie auf den Fluss zur Trinkwasser- und Nahrungsmittelversorgung angewiesen sind. (bh)